Blood Rain

Battel for Bloodwood - Part 1

The fall of Carronasto

Zwischenbericht von Har’vold Steinherz, Sohn von Tarlon Eisengeier, Angehöriger des Moot der Ironmonger, Krieger des 5ten Kreises, Luftpirat des 1ten Kreises, Kapitän der Stormthorn, Bewahrer von Rals Gedenken, Erbe der Sturmklingen, Jäger des roten Tods, Zerstörer von Schädelschwemmer, Träger von Blutkreisel und des Königs von Luna Plata:

Es waren anstrengende aber auch interessante und lehrreiche Wochen, die ich während meines ersten Aufenthalts im Blutwald erleben durfte. So hielten wir uns die meiste Zeit unweit des Randes des Blutwaldes in der Baumfestung Carronasto der Blutritter auf. Die Festung war ausgelegt für knapp 100 Personen, aber die Elfen besetzten davon nur knapp ein Zehntel, so dass es viel Freiraum für alle gab.
Da sich die Blutritter vom Orden der Eisengeier bereit erklärt hatten, mir bei meinem durch einen Changeling verursachten Problem mit dem linken Arm zu helfen, wurde in der Schmiede von Costoll mit Assistenz durch Dogan und Campleton ein ritueller Eisenarm im Stile der Blutritter angefertigt. Dieser erhielt nach Fertigstellung den Namen „Arm des Ahnen“. Der Vorgang dauerte insgesamt knapp sechs Wochen, so dass ich und natürlich auch meine Gefährten die Zeit mit viel Training und gelegentlichen kurzen Ausflügen in den Blutwald verbringen konnten. Letztere fanden natürlich immer in Begleitung mindestens eines Blutritters statt, da wir nicht mit den Gefahren des Blutwaldes vertraut waren. Auf diesem Wege knüpfte ich auch tiefere Bande mit dem Dornenmenschen Spike, welcher aus dem mit elementaren Holz versetzten Brief von Starrimm gewachsen war und immer in meiner Nähe zu sein schien. Spike war es auch, der als Bote unser Eintreffen am Rand des Blutwaldes den Blutrittern mitgeteilt hatte.
Costoll erzählte mir während meiner Zeit in der Schmiede mehr über die Aufgabe und die Geschichte der Eisengeier, insbesondere aus den Gründungstagen, welche wohl sehr aufregend und gefahrvoll für meinen Vater waren. Hier erfuhr ich auch, dass die Warden des Blutwaldes zuständig sind jegliche Gefahren aus dem Blutwald herauszuhalten und die Blutritter des Ordens der Eisengeier dafür sorgen, dass keine Gefahren aus dem Blutwald entfliehen können.
Mein Training wurde von einem Krieger des Ordens namens Hardin beaufsichtigt, welcher keinen Hehl daraus machte, dass er mich unwürdig hielt, mich auf das Blut meines Vaters zu berufen. Angestachelt durch diese Beleidigung, versuchte ich ihm während des Trainings zu beweisen, dass das Blut meines Vaters dick durch meine Adern fließt. Aber jegliche meiner Bemühungen prallten an ihm ab.
Da die Festung direkt an einem Fluss lag, kam es auch des Öfteren vor, dass Versorgungsboote in Carronasto hielten. Nicht weiter verwunderlich war dabei, dass es sich ausschließlich um Schiffe der Blutelfen handelte. Insbesondere die Steel Falcon, ein wendiges, mittelgroßes Segelschiff der Eisengeier, kam in den Wochen einige Mal an der Festung vorbei.
Während der siebten Woche unseres Aufenthaltes in Carronasto, die Steel Falcon war gerade wieder in der Festung angekommen, saßen wir abends wie immer mit den Blutrittern zusammen und hörten uns eine der zahlreichen Geschichten von Mmaw an, als erst vereinzelt und nach einigen Minuten immer lauter und öfter ein seltsames Kreischen zu uns vordrang. Die Blutelfen sprangen allesamt alarmiert auf, machten sich kampfbereit und schlossen die Tore sofern noch nicht geschehen.
Starrimm begleitete uns auf eine höher gelegene Mauer der Festung und erklärte, dass dieses Kreischen von uralten zum Großteil im Astralraum existierenden Bäumen, den Spectral Willows, ausgeht, um so die mit ihnen verbundenen Warden auf Eindringlinge aufmerksam zu machen. Seiner Meinung nach konnte dies nur eines bedeuten: Der Blutwald wurde angegriffen!
Nach ungefähr einer halben Stunde nahm das Gekreische der Wächter merklich ab und es tauchen im Halbdunkeln zahlreiche Untote, die sogenannten Frozen, vor den Mauern der Feste auf. Um mehr über die genaue Anzahl unserer Feinde zu erfahren und um ein seltsames Leuchten in einem etwas vorgelagerten Turm zu erkunden, flog Fling aus der Feste heraus. Was dann passierte war für uns nicht genau ersichtlich, aber es sah so aus, als ob Fling nur kurz in den Turm hineinflog und einige Augenblicke später schneller als einer seiner Pfeile wieder herausschoss. Nahezu gleichzeitig explodierte der Turm, kippte genau in Richtung Haupttor um und zerstörte selbiges fast vollständig, so dass die Untoten nun in die Fest eindringen konnten. Später erklärte Fling, dass er angeblich von einem blau leuchtendem Astraldrachen verfolgt worden und dieser auch für die Explosion verantwortlich gewesen war.
Ich hielt es hingegen für wahrscheinlicher, dass er wieder einmal seine Nase in Dinge gesteckt hatte, die offensichtlich gefährlich und explosiv waren. Dabei schreckte er einen Schwarm Krillwürmer auf, die durch die Explosion Feuer fingen und ihn wohl nach draußen verfolgten. Aber in Anlehnung an eine alte Trollweisheit für den Umgang mit Windlingen verbleibt mir zu dem Vorfall nur „Es is‘, wie es is‘!“ anzumerken.
Der Turm war umgestürzt, Fling zum Glück entkommen und die Untoten drangen einer Flut gleich in die Festung ein. Unsere Freunde vom Blutritter Orden sprangen furchtlos in die Tiefe und landeten sicher im Hof, um dort einen Wall gegen die Eindringlinge zu bilden. Da wir nicht über die gleichen Fähigkeiten verfügten, abgesehen von meinem Flugsteinfreund Trombol, nahmen wir die Treppe und kamen erst mit Verzögerungen im Hof der Feste an. Dort war nun schon abzusehen, dass Carronasto nicht lange dem Ansturm standhalten würde, aber nichts desto trotz stürzten wir uns in den Kampf und halfen den Eisengeiern. Jeder leistete nun seinen Beitrag, furchterregend war aber insbesondere die alte Frau mit dem unscheinbaren Namen Agnes, welche mit ihrer dunklen Magie mehr als einen Untoten wieder in sein Grab schickte.
Mit Mühen konnten wir den Innenhof einige Minuten halten, aber die Untoten ließen uns keine andere Wahl als den Rückzug anzutreten. In diesem Fall hatten wir aber Glück gehabt, dass die Steel Falcon gerade vor Anker lag, denn sonst hätten wir keine Chance gehabt als bis zum Tod zu kämpfen. So wurden unser Rückzug mit den Verlusten von den heldenhaft kämpfenden Blutrittern gedeckt und wir erreichten das schon ablege-bereite Schiff in größter Bedrängnis.
Sofort nachdem wir auf dem Schiff angekommen waren, legte selbiges ab. Wir wähnten uns in Sicherheit, da die Untoten uns nicht folgen konnten. Aber Thystonius meinte es gut mit uns! Wie aus dem nichts sprang ein riesiger Eistroll auf die Steel Falcon. Das Biest war gut doppelt so groß wie ich und hatte eine Keule in der Größe eines Baumes in seiner Hand. Aber mit dem Mut und Herzen der Nachfahren der Sturmklingen griffen wir an. Mit mächtigen Hieben durch sein selbstgeschmiedetes Schwert Zmiana und mit den glühenden Augen seines immer präsenten Begleiters Smolia wurde der Eistroll von Dogan „Feuerblut“ zurückgedrängt. Gleichzeitig feuerte Fling mit seinem Bogen Mirielle Pfeile in einer übernatürlichen Präzision auf die Schwachstellen des Monsters, so dass sich selbiges, schneller als anzunehmen war, in die kalten Fluten stürzte und nicht mehr gesehen wart.
Da wir zu dem Zeitpunkt aber nicht wussten, ob der Troll nochmals auftauchen würde, beeilten wir uns die Steel Falcon möglichst schnell und möglichst weit weg von der gefallenen Feste Carronasto zu bewegen. Auf unsere Fragen an Starrimm, der wie auch Hardin und Costoll überlebt hatte, ob es denn schon einmal vorgekommen sei, dass der Blutwald angegriffen wurde, wo die Warden geblieben waren und was das mögliche Ziel der Untoten Armee sein könnte, blieb er uns in feinster Blutelfen Manier alle Antworten schuldig.
Also segelte beziehungsweise ruderte unser geschlagener Haufen den Fluss stromaufwärts. Mit Hilfe von Tarlons Karte zeigte uns Trombol, dass anscheinend Eisberge, wo auch immer diese herkamen, in unsere Richtung trieben. Das Ziel der Flucht, der Stammsitz der Eisengeier, die Feste Calabria, war noch ungefähr eine knappe Tagesreise entfernt, so dass wir zumindest in der Nacht noch eine kurze Rast einlegen mussten. Kurze Zeit später, der Mond stand schon weit am Nachthimmel kamen wir an den Überresten einer Eisbrücke vorbei. Auch einige Frozen konnten wir an den Ufern ausmachen. Wer oder was war so mächtig eine riesige Eisbrücke zu erschaffen? Es würden mit Sicherheit interessante Tage auf mich zukommen.
Die Nacht verbrachten wir dann, die Eisbrücke lag circa ein Stunde hinter uns, im Schutze des Flusses auf der Steel Falcon. Mit dem ersten Tageslicht setzen wir unsere Reise fort und im Laufe des frühen Morgens konnten wir beobachten, wie der Fluss immer enger wurde. Nachdem wir um eine enge Flussbiegung gefahren waren, hörten wir plötzlich das laute Surren von zahlreichen Pfeilen, die zu unserem Erschrecken von den Uferböschungen und den Bäumen, die zahlreich über dem Fluss ihre dicken Äste verteilt hatten, auf uns zu kamen. Fling wurde von zwei Pfeilen getroffen und regelrecht am Schiffsmast aufgespießt. Allerdings gab es vorerst keine zweite Salve, denn nun hörten wir eine weibliche Stimme in der Sprache der Blutelfen einige Befehle bellen, auf die Starrimm ebenso lautstark, wie auch ungehalten antwortete. Später erfuhren wir, dass es sich um Warden gehandelt hatte, die die Übergabe des Changeling, bei uns geläufig unter dem Namen King Fling, gefordert hatten. Danach sollten auch Menschen, Trolle und Obsidianer ihre Waffen niederlegen und verschleppt werden.
Die Eisengeier und wir hatten aber andere Pläne. Mit einem beherzten Sprung, verstärkt durch seine neu erworbenen Fähigkeiten, landete Trombol auf einem Ast über unseren Köpfen neben der etwas verdutzt dreinschauenden Warden Anführerin. Bevor sie oder Trombol jedoch zur Waffe greifen konnten, brach der Ast ab und beide stürzten zurück auf die Steel Falcon. Währenddessen sprangen einige Warden auf das Boot, welche von uns sofort angegriffen wurden. Die Eisengeier hingegen griffen die Bogenschützen der Warden am Ufer und den Bäumen über uns an. Letzen Endes wäre die Situation völlig eskaliert, wenn Dogan nicht mit einer gehörigen Portion Stahl und Diplomatie die Warden Anführerin Beletre zur Aufgabe gezwungen hätte. So kam es nur zu einigen kleineren und im Falle von Fling zu einer schweren Verletzung, jedoch wurde niemand getötet.
Das folgende Palaver verlief lautstark und gestenreich, aber zumindest konnten wir die bisherigen Ereignisse im Blutwald erklären, so dass die Warden vorerst von weiteren Strafaktionen absahen. Auf die Frage von Starrimm, wo die Warden denn beim Angriff auf Carronasto waren, blieb Beletre eine Antwort schuldig. Nunja, nichts anderes hatte ich von einem Elfen erwartet!
Die Warden verlangten von Starrimm uns zur Festung Calabria zu begleiten und dort mit der Führung der Blutritter das weitere Vorgehen zu besprechen, aber auch der Status unserer Gruppe bedurfte noch der Klärung. Die Steel Falcon fuhr noch ungefähr bis zur späten Mittagssonne den Fluss hinauf, als endlich Calabria sichtbar wurde.
Calabria war auf einer Insel in der Mitte des sich wieder verbreiternden Flusses gebaut worden. Ihr Ursprung sah eher nach menschlichen Erbauern als elfischen aus. Das Alter der Festung konnte uns nicht mit Sicherheit genannt werden, aber sie war definitiv vor dem Scorch erbaut worden und wurde seit jeher von den Elfen des Wyrmwood wie auch des Blutwaldes als Bollwerk gegen mögliche Eindringlinge genutzt. Unsere Ankunft sorgte für einiges an Aufsehen, insbesondere als sich herumsprach, dass sich ein Erbe von Tarlon Eisengeier unter den Gästen befand. Die düstere Miene von Hardin als er dies mitbekam, ließ meine Laune schnell in ungeahnte Höhen schießen. Während wir uns auf den Weg durch die verschlungenen Burgpfade in den Hauptsaal der Festung aufmachten, wurden wir von immer mehr Blutrittern begleitet, die auch über die Anwesenheit von einem Trupp Warden mehr als erstaunt waren.
Im Hauptsaal angekommen wurden wir von Deabora Hammerfaust, Kommandeur der Eisengeier, begrüßt. Deabora war ein älterer, großer Troll mit riesigen Hörnern, und wie viele der Eisengeier auch ein Luftpirat. Während der Begrüßung sonderte er mich etwas heraus und wir konnten uns auf ordentlich trollische Art und Weise vorstellen und begrüßen. Die darauffolgenden Stunden verbrachten wir bei viel Met im Hauptsaal. Natürlich konnte ich Deabora nicht lange mit meinen Fragen über den Verbleib meines Vaters ausfragen, aber er versprach mir bei Gelegenheit Rede und Antwort zu stehen. Dafür verlangte er meine Treue zu ihm und meine Axt im Kampf an seiner Seite. Niemals ist mir ein Schwur so leichtgefallen, wie zu diesem Zeitpunkt!
So wurde im Laufe des Abends unter anderem auch die Frage bezüglich unseres Aufenthaltsstatus im Blutwald geklärt. Die Warden stimmten Deabora’s Vorschlag zu uns nicht mehr als Eindringlinge zu sehen und uns damit den Weg auch zukünftig in den Blutwald nicht mehr zu versperren. Späher der Blutritter und der Warden trafen noch spät in der Nacht ein und berichteten von einer riesigen Armee von Untoten, die in zwei bis drei Tagen bei aktuellem Marschtempo und Richtung in der Feste Calabria eintreffen würden. Als die Frage aufkam, was die Untoten veranlasst hatte in den Blutwald zu ziehen und wieso es sie zum Stammsitz der Eisengeier vorzudringen schienen, setzte Starrimm an sich zu Wort zu melden, aber er wurde mit einem bösen Blick und einem lautstarken Befehl von Deabora zum Schweigen gebracht.
Spät in der Nacht, als die Besprechung vorrüber war, nutzte ich die Stille und Ruhe und erkundete zusammen mit Agnes ein wenig die Burg. Allerdings gab es selbst jetzt noch Wachen an einigen Toren, die uns nicht passieren lassen wollten. Vielleicht würde uns Deabora den Zugang zu diesen Türen verschaffen können. Da es vorerst nichts weiter zu entdecken gab, das Met langsam den Kopf etwas schwerer machte und die vergangenen zwei Tage auch ziemlich anstrengend waren, begab ich mich auch in das mir zugewiesene Quartier und freute mich leise auf die bevorstehenden Tage voller Kampf und Ruhm!

(Aufgezeichnet nach der Erzählung von Har’vold Steinherz durch Mmaw Alused, Troubadour der Stormthorn)

Tagebuch

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Maenshae

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