Blood Rain

Familie Denairastas

Dies sind die Aufzeichnungen von Har’vold Steinherz, Sohn von Tarlon Eisengeier, vom Moot der Ironmonger:

Nachdem wir uns durch etwas Schlaf und die Künste von unserem geflügelten Heiler King Fling erholt hatten, erkundeten wir am Morgen die nähere Umgebung des Lagers unter dem Mutterbaum. Dabei entdeckten wir unter den dicken Wurzeln des Baumstumpfes zahlreiche Schriftzeichen, die laut Mmaw wohl windlingischen Ursprungs waren. Zusammen mit Fling begann er sie zu entschlüsseln.

Gegen Mittag sah Trombol, dass drei schwer gerüstete Menschen auf uns zukamen. Als sie etwas näher heran waren, konnten wir sie als eine Einheit der Silverscales aus Iopos identifizieren. Nachdem die Drei unser Lager erreicht hatten, stellten wir uns ihnen entgegen. Nach einem ersten kurzen Wortwechsel mussten wir dann jedoch erkennen, dass es sich eigentlich um 5 Personen handelte. So waren zum einen eine in seltsame Gewänder gehüllte Gestalt mit meinem riesigen Schwert und eine menschliche Frau, die wohl für ihresgleichen eine Schönheit darstellte, für uns unbemerkt mit an unser Lager herangetreten.

Die Frau stellte sich dann als Nicole Abysal Denairastas vor. Oder wurde Sie von Dogan und Agnes so begrüßt… ich vermag mich an diesen Punkt nicht mehr genau erinnern. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr überrascht, dass sich niemand meiner Freunde bedroht zu fühlen schien. Selbst in meinem Moot sind die Geschichten über die Grausamkeiten dieses Weibes bekannt. Aber es entwickelte sich eine intensive Konversation bei der insbesondere unsere beiden menschlichen Gefährten einen sehr freundlichen und vertrauten Ton inne hatten. Es schien also, als würde keine unmittelbare Gefahr drohen, daher kümmerte ich mich nicht weiter um unsere „Gäste“, sondern widmete mich lieber unserem auf dem Feuer brutzelnden Schlangenbraten.

Am Rande hörte ich nur, dass uns das Weibsstück mitteilte, dass sie uns diese Falle als Gefallen für ihren Verwandten, unserem alten bekannten Blutmagier, Martenon Denairastas gestellt hatte. Aber auch diese Erkenntnis führte nicht zu einem Abbruch des gemütlichen Gesprächs. Anscheinend war die Blutwald Gargyle, die wir in The Fallen besiegt hatten, dass Gesellenstück des Blutmagiers und nun sann er auf Rache für unsere Tat. Auch eröffnete sie uns, dass diese Blutmagier immer zu zweit seien: Ein Meister und ein Schüler. Über den Meister wisse sie aber nichts.

Ihr „Eingreifen“ in diese Geschichte war aber dem politischen Gefüge in Iopos geschuldet, denn angeblich strebte die Fraktion der Blutmagier, einer neuen aufstrebenden Disziplin in Barsaive, in Iopos nach der Macht oder zumindest nach dem Erbe des alten Gründers der Denairastas Dynastie. Dies galt es natürlich zu verhindern und zwar aus mehreren Gründen, wie sie uns freudig mitteilte. Zum einen sei eine neue Disziplin, insbesondere eine so beschmutzte, nicht zu dulden. Zum anderen seien die Blutmagier angeblich dabei den Blutwald in irgendeiner Form zu erobern oder zumindest die dortige Energie abzusaugen. Und zu guter Letzt waren die Blutmagier natürlich für den Blutregen verantwortlich. Das zweite große Zeichen nach dem Blutmond vor 40 Jahren und die Konsequenz, welche dieser Regen mit sich führte, wäre noch gar nicht abzuschätzen. Aber uns würden ja zumindest die verheerenden Folgen des Blutmondes bekannt sein.

Um dieses unbekannte, aber mit Sicherheit eintreffende, katastrophale Ereignis abzuwenden, wären zwei Dinge notwendig. Zum einen das Mondschwert, welches T´sraktung Jik´no Ke´vontra „gefunden“ hatte, und zum anderen einen Blutorb. Über Details ließ sich die Schlange aus Iopos nicht aus, aber wir wurden insoweit eingeweiht, dass sie Zugang zum Kaer der Vors benötigte, dem daher wahrscheinlichen Aufenthaltsort des Orbs. Des Weiteren erklärte sie uns beiläufig, dass sich das Mondschwert in Iopos befände, und es doch sicher eine Möglichkeit gäbe sich einig zu werden, da ja die Ziele, die Folgen des Blutregens abzuwenden, im Einklang stehen würden.

Die weiteren Details des Gespräches, wer welchen Schlüssel, für welches Verlies hatte. Und wer mit wem wann Kontakt aufnehmen würde, war für mich dann nun wirklich nicht mehr von Interesse. Zum einen war der köstlich duftende Schlangenbraten fertig und zum anderen würde ich niemals mit den Sklaventreibern aus Iopos einen Pakt eingehen.

Um so mehr war ich dann erstaunt, als sich die Gestalt mit dem übergroßen Schwert aus dem Gefolge der rothaarigen Schlange mit an unser Lager gesellte. Das Gespräch war wohl beendet worden und die Wachen und ihre Meisterin wieder von dannen gezogen, als sich Bachate „Sandtiger“ Arena vorstellte. Er war der Disziplin der Schwerttänzer angehörig und erzählte, dass er aus den Ödlanden gekommen war. Dort hatte er den stetigen Ascheregen, der das Land ausdorrte und die Bevölkerung an den Rand der Auslöschung brachte, untersucht. Er hing der Vermutung nach, dass dieser Ascheregen und der hiesige Blutregen in Verbindung standen. Und so, wie konnte es anders sein, war sein erster Anlaufpunkt natürlich das gastfreundliche und großherzige Iopos gewesen.

Da meine Kameraden anscheinend nichts gegen die Begleitung eines Lakaien der Sklaventreiber hatten, hielt ich meine Abneigung vorerst zurück. Aber ich würde stets ein wachsames Auge den Lakaien der Herrscher Iopos haben.

Die folgenden Tage und somit auch die Rückreise zu den Vors verlief zu Thystonius Verdruss ereignislos, aber die Aussicht auf ein frisches Bier lies auch meine Beine gegen Ende der Reise wieder schneller werden.

Bei unserer Ankunft bei den Vors mussten wir die traurige Nachricht vernehmen, dass König Neden verstorben war. Über den Hergang des Todes wurde uns nichts mitgeteilt, allerdings waren dies nun in der Tat traurige und dunkle Zeiten für Barsaive.

Tagebuch

  • Legendenpunkt Wert: 200 LP (eingelöst)
  • Silber Wert: 200 Silber (eingelöst)

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Raiser

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