Blood Rain

Von Frost und Frozens

Zurück bei den Vors und vorerst in scheinbarer Sicherheit ging unsere illustre Gruppe dem normalen Alltag nach. All meine Versuche eine Audienz bei Talin oder dem Shogun zu bekommen waren von Misserfolg gekrönt… Irgendetwas seltsames ging vor und es wurde von der Obrigkeit sehr darauf geachtet, nichts davon an die Öffentlichkeit kommen zu lassen. Ich nutze die gewonnene Erfahrung aus unseren letzten Erlebnissen und verbesserte meine Fähigkeiten so gut ich konnte. Im Hinterkopf immer mit dem Gedanken daran, was als nächstes zu tun sei.

Die erste Entscheidung war es, einen Brief an Starrimm aufzusetzen. Mein Gefühl sagte mir, dass wir jeden Verbündeten gebrauchen können und der Blutritterorden der Eisengeier hatte sich in unseren vergangenen Abenteuern als zuverlässiger Rückhalt gezeigt. Die Nachricht wurde von Har’vold und Trombol zu Rals Gedenken gebracht und dort wie besprochen hinterlegt. Jedoch verlief ihre Reise nicht ohne Hindernisse. Mit den fallenden Temperaturen schienen auch immer mehr Untote das Land zu durchforsten, immer auf der Suche nach lebendiger Nahrung und frischem Blut.

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Trotz meiner inneren Unruhe, vollbrachte ich bei meiner Arbeit in der Schmiede wahre Wunder und schaffte es zwei Gegenstände zu fertigen, die Ihres gleichen suchen.
Das erste Einzelstück das unter meiner Hand in einer Schmiede entstanden ist – Seelenblick – mein eigener Kriegshelm im klassischen Samurai Stil der Vors, gefertigt aus dem Kopf einer Stachelkobra.
Das zweite Meisterwerk war ein verzierter Windlingbogen für Fling – Mirielle – bei dessen Fertigung ich auf Materialien unserer Abenteuer in Luna Plata zurückgriff. Fling_Mutterrache.jpg

Abends verließ ich die Stadt durch die Tore und entfachte ein Lagerfeuer an dem ich einige Stunden verbrachte, immer in der Hoffnung das Feuerlementar in den Flammen zu sehen, von dem ich wusste das es mich beobachtete. Zwar wurde meine Hoffnung enttäuscht, jedoch gesellte sich oft Bachata „Sandtieger“ Arena zu mir und lehrte mich einiges über Elementarkunde, sowie die Elementarsprachen von Feuer- und Luftelementaren. Ich genoss die Zeit mit ihm und konnte noch immer keine Boshaftigkeit in ihm erkennen, zwar einen gewissen Pragmatismus, aber das konnte ich ihm wohl kaum verübeln, wenn man bedenkt woher er stammt.

Die Zeit verging rasch und der Winter brach unnatürlich schnell über das Land herein. Es dauerte zwei Wochen, dann geschah etwas, dass es in Barsaive seit dem Ende der letzten Plage nicht gegeben hatte. Es schneite bis in die tiefsten Täler des Schlangenflusses. Die Umgebung um den Lake Vors versank von Tag zu Tag tiefer im Schnee. Einige Überlebende aus Crystal Rocks trafen ein, sie waren vor der stetig ansteigenden Zahl Untoter geflohen und suchten Sicherheit in der Stadt der Vors. Es breitete sich Entsetzen aus, als die Geflohenen realisierten, dass vor ihnen noch niemand aus Crystal Rocks bei den Vors angekommen war, obwohl mindestens vier weitere Gruppen vor Ihnen aufgebrochen waren.

Am Tag nach dem ersten Schneefall kam mein Lehrmeister Cron aus dem Hause Augar zu mir. Ich konnte sehen, dass er aufgewühlt war und kannte ihn gut genug um zu wissen, dass er die Entscheidung des Shoguns missbilligte, den vor der Stadt campierenden Flüchtlingen aus Crystal Rocks keine weitere Hilfe zukommen zu lassen. Geschweige denn, nach den knapp 80 vermissten Seelen zu suchen, die eigentlich schon vor Tagen bei unserer Stadt hätten eintreffen sollen. Sein Auftrag an mich war einfach, gehe zu Rals Gedenken und entfache dort ein Feuer. Sollte mich meine Suche nach Feuerholz weiter Richtung Norden führen, könne ich natürlich ein Auge nach den fehlenden Namensgebern aus Crystal Rocks offenhalten. Da ich selbst zu Rals Gedenken reisen wollte um zu sehen, ob Starrimm eine Antwort hinterlassen hatte, suchte ich die anderen auf und unterbreitete Ihnen meinen Vorschlag. Während Har‘vold und Agnes fast einen frohen Eindruck machten aus der Stadt heraus zu kommen, musste Trombol mit Silber oder in meinem Fall einer Arbeitsschuld überzeugt werden uns zu begleiten.

“King” Fling hielt sich erstaunlicherweise sehr zurück, auch wenn ihn der Bogen als Geschenk sehr gefreut hatte, hatte er sich durch die Erlebnisse in Luna Plate doch merklich verändert. Ich stellte es ihm frei ob er uns begleitet oder nicht, wir würden am nächsten Morgen aufbrechen. Er schaute mich an und sagte mit fassungslosem Gesichtsausdruck: „Interessiert es denn hier wirklich niemand, dass ein Kind aus dem Waisenhaus verschwunden ist, warum tut keiner was?“
Die Gespräche am Tisch verstummten und wir sahen ihn verständnislos an.
„King“ Fling redete weiter: „Gestern Abend ist ein Kind aus dem Waisenhaus verschwunden und wurde nicht mehr gesehen, heute sehe ich dann ganz zufällig einen Trupp der Vors die Überreste von etwas in ein Tuch wickeln und es mitnehmen. Das war draußen am Rand vom See.“

Es dauerte keine Minute und wir waren auf dem Weg zu den Stadttoren. Fling flog zurück in die Nähe der Stelle am Seeufer, an der er die Gruppe der Vors gesehen hatte. Die Szenerie war komplett mit Schnee bedeckt und es dauerte einige Momente, bis Trombol mit seiner Spurensuche den genauen Ort des Geschehens ausfindig machte. Was wir fanden war alles andere als beruhigend, die Blutspuren ließen Agnes zu dem Ergebnis kommen, dass es sich hierbei zweifelsfrei um ein Blutritual an einem Kind gehandelt hatte, bei dem penibel genau darauf geachtet wurde, dass kein einziger Tropfen Blut in den Lake Vors selber gelangte. Vermutlich hätte dies zu ungewollte Aufmerksamkeit durch die Elementaristen der Vors geführt.
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Trombol suchte weiter nach Spuren des Täters und wurde fündig… mittelgroß, der Tiefe und Form der Abdrücke nach von einem Menschen, Elf oder Ork stammend. Wir nahmen unverzüglich die Verfolgung auf und unser Entsetzen wuchs stetig als uns klar wurde, dass die Spuren direkt zurück zur Stadt der Vors führten. Die magischen Spuren endeten ein gutes Stück vor den Mauer der Stadt und verschwanden. Auch auf der Gegenseite im Inneren der Stadt ließen sich keine Anzeichen mehr finden.

Nach einem kurzen Moment der Besinnung beschlossen wir unsere Erkenntnisse direkt bei Talin aus dem Hause Augar und dem Shogun vorzutragen, wurden aber an beiden Anlaufstellen von der persönlichen Garde abgewiesen und uns die Audienz verweigert. Wenigstens konnte ich meinen Einfluss als Vors und Mündel des Shoguns dazu nutzen, um die Weiterleitung unserer Informationen an beide zu sichern.

Etwas erschöpft durch die kurze Nacht und mit einem weiteren Punkt in meinem Kopf der mich beschäftigt, brachen wir allen Umständen zum Trotz bei Sonnenaufgang auf in Richtung Rals Gedenken. Auftrag ist schließlich Auftrag und es machte nicht den Anschein, als könnten wir derzeit in der Stadt von großem Nutzen sein.

Ich muss gestehen ich war etwas erleichtert, als sich auch “King” Fling morgens zu uns gesellte und im Schneegestöber in königlicher Pose auf Har’volds Steinherz mächtiger Schulter Platz nahm, um die Reise anzutreten. Trombol führte uns unbeirrten Schrittes durch die Schneemassen, dabei schuf der Obsidianer hinter sich eine nützliche Schneise für alle die ihm folgten. Der Wind und die Kälte waren unerbittlich und durch den Mangel an Brennholz, mussten wir uns am Nachtlager mit dem wenigen Feuer begnügen, das uns zur Verfügung stand. So brachte die zweitägige Reise besonders Agnes an ihre körperlichen Grenzen, aber es gelang uns Rals Gedenken ohne größere Zwischenfälle zu erreichen. Dort angekommen begaben wir uns in die Sicherheit der Baustätte und sammelten Feuerholz aus den umliegenden Wäldern und Sträuchern. Wir schichteten das Brennmaterial in der großen steinernen Schale im Innenraum des Gedenkens auf, durch dessen Deckenöffnung man den Mond und den verschneiten Sternenhimmel sehen konnte. Ich entzündete das Feuer und in rasender Geschwindigkeit entflammten die Äste und Zweige der Bluteichen, die den Hauptteil des Holzes darboten.
Dann geschah etwas, mit dem wohl niemand von uns gerechnet hatte… der Winterhimmel klärte sich, der Mond kam zum Vorschein und es hörte auf zu schneien.
Wir schlugen unser Lager auf und alle genossen die wohltuende Wärme des Feuers.

Da sah ich es, es war nur ein flüchtiger Moment aber ich konnte seine Präsenz ganz deutlich spüren! Augenblicklich signalisierte ich meinen Gefährten zu verstummen und sank vor dem Feuer auf ein Knie. In einer tiefen Verbeugung und dem Blick auf den Salamander in den Flammen gerichtet begann ich in Feuerelementarsprache zu sprechen:
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Ich, Dogan Feuerblut
aus dem Hause Yil,
Schützling des Shogun Hi-Long und
Sohn der Sturmklinge Vaddar Einauge,
taufe dich auf den Namen „Smolia“.
Unter den Vors bedeutet das „Die Ewige Glut“.

So erwähle ich dich zu meinem Vertrauten,
begleite mich auf meinem Weg und meistere mit mir die Aufgaben,
die das Schicksal für uns bereithält.

Auf dass dein Feuer heißer brenne als die größte Esse,
auf dass deine Flammen heller erstrahlen als die Lichter der Sterne,
auf dass deine ewige Glut niemals erlischt!
Ich werde mein Blut für dich vergießen
und dir Schutz und Unterstützung bieten,
ich werde ein Ohr für deine Belange und Wünsche haben
und sie nicht vergessen.

Zusammen werden wir Wissen erlangen, Dinge erschaffen
und an Stärke gewinnen.
Wir werden versuchen den richtigen Weg zu gehen
und die Hindernisse überwinden,
die uns daran hindern sollen unsere Ziele zu erreichen.

Von jetzt an bindet uns dieser Schwur
Und für alle Zeiten die noch kommen werden.

Ich verstummte und konnte augenblicklich spüren, wie das Feuer meinen ganzen Körper durchströmte. Während mein Körper in Flammen stand, verwoben sich unsere Muster miteinander und ich konnte spüren wie Smolias Macht wuchs. Dann verebbten die Flammen in meinem Körper und die Szene beruhigte sich… es war vollbracht, ich hatte meinen Vertrauten gefunden.

Früh am nächsten Morgen suchten wir unsere Ausrüstung zusammen und setzten unseren Weg fort. Wir hatten beschlossen vor unserer Rückreise zu den Vors, zwei Tagesreisen in Richtung Crystal Rocks zu gehen, um Ausschau nach den verschwundenen Namensgebern zu halten. Soweit nördlich schien der Schneefall der letzten Wochen noch stärker gewesen zu sein und wir hatten trotz Trombols und Har’volds Bemühungen uns den Weg frei zu machen, große Probleme vorwärts zu kommen. Am Ende des zweiten Tages schlugen wir unser Nachtlager auf und entfachten mit unserem letzten gesammelten Holz ein halbwegs wärmendes Feuer um das wir uns sammelten.
Es war Fling, der die schlurfenden Gestalten entdeckte, die sich in schwankenden Bewegungen auf unser Camp zubewegten. Die Waffen gezogen, scharrten wir uns um das Feuer und spähten in die Finsternis. Dann brach das Chaos aus und eine Gruppe von etwa zehn Untoten griff uns an. Gefrohrene Untote mit aufgerissenen Mäulern, teilweise mit Rüstung und Waffen ausgerüstet, angetrieben von ihrem unstillbaren Verlangen nach Blut und lebendigem Fleisch. Ich sah wie Fling in die Höhe schnellte und einen Pfeil nach dem anderen auf unsere Widersacher schoss. Har’vold schwang seine Axt „Blutkreisel“ mit mächtigen Hieben in die Reihe der Gegner und teilte heftige Treffer aus. Keine Zeit mehr für weitere Ablenkung, plötzlich sah ich mich drei Gegnern gegenüber, die mich von verschiedenen Seiten angriffen. Ich parierte den Schwertschlag des ersten Angreifers, wich den Klauen eines Frozen aus und landete selbst einen Treffer an der Schulter meines Gegenübers. Mich erwischte ein Schlag des dritten Untoten in meinem Rücken und ich verlor das Gleichgewicht. Benebelt vom Sturz versuchte ich mich wiederaufzurichten als mich etwas Hartes am Kopf traf… um mich herum wurde alles still und dunkel.

Von Dogan „Feuerblut“ aus dem Hause Yil, Sohn von Vaddar „Einauge“

Tagebuch

  • Legendenpunkt Wert: 200 LP (eingelöst)
  • Silber Wert: 200 Silber (eingelöst)

Erzählung von Trombol Golgol Ketamsoc

Nach der Rückkehr von Rals gedenken stellten Harvold und ich fest das sich viele Flüchtlinge vor der Stadt niedergelassen hatten. Diese durften die Stadt am Lake Vor nicht betreten, da dies bei den Vors so üblich zu sein scheint. Man muss sich offensichtlich erst als Freund der Vors beweisen und einen Bürgen haben, um die Stadt betreten zu dürfen. Unser neuer Begleiter Sandtiger durfte ebenfalls nicht eintreten obwohl Dogan für ihn Bürgen wollte.

Bei unserem Abenteuer an Rals Gedenken kam Harvold in den Besitz einer Cave Crab Rüstung die für Trolle gemacht zu sein scheint. Er übernahm sie von einem der Wächter an Rals Gedenken, der bei der Abwehr eines Angriffes vernichtet wurde. Wir bargen ebenfalls die Knochen des Trolls der die Rüstung vorher Trug. Offensichtlich hatte er an seinem Schädel nur ein Horn.Agnes interessierte sich für diese Knochen und verhandelte darüber mit Harvold.

Abends in der Taverne berichtete Dogan das er ein Feuer an Rals Gedenken entzünden solle, um überlebenden aus Crystal Rocks eine Richtung zu weisen. Als wir in dem Gasthaus der Vors unser Nachtmahl zu uns nehmen wollten, kam “King” Fling mit einer Schreckensmeldung. Eines der Waisenkinder war verschwunden und wurde am Morgen verstümmelt und ausgeweidet gefunden.

Wir begaben uns zum Schauplatz der Untat. Trotz des aufspringenden Schneegestöbers wurde ich einiger Spuren die Tief im Schnee verborgen waren gewahr. Anscheinend Spuren des Täters. Leider konnte ich anhand der Spuren nicht feststellen von welcher Rasse der Mörder war. Anhand derer konnte ich nur feststellen dass, es entweder ein Mensch, Ork oder Tskrang gewesen war, wobei der Schwanz eines Tskrang ebenfalls Spuren hinterlassen haben müsste. Dies konnte ich wegen des Schneefalls nicht genau feststellen.
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Leider überdeckte der Schnee die Spuren schließlich vollständig, ich konnte nur die ungefähre Richtung feststellen in die diese sich Bewegten. Diese ging in etwa Richtung Vor, ShuShi Shans Hütte oder dem Waisenhaus.

Es muss noch angemerkt werden das bei der Verstümmelung des Opfers peinlich darauf geachtet wurde das kein Blut in den Lake Vor gelangte. Nachdem wir am Ort des Geschehens nichts mehr in Erfahrung bringen konnten kehrten wir wieder in das Gasthaus zurück.

Dogan heuerte mich als Begleitung zu Rals Gedenken an. Harvold, mein Steinbruder, forderte mich zu einem Wetttrinken heraus. Ich brachte ihn dann zu Bett und wir einigten uns auf ein unentschieden.

Am nächsten Tag brachen wir Richtung Rals Gedenken auf, es war noch kälter geworden als es ohnehin schon war. Wir nächtigten im Schnee undAgnes erschuf einen Knochenkreis. Das machen Geister-Beschwörer anscheinend des Öfteren. Ich muss Moltha danach fragen wenn sie nächstes mal auftaucht.

Wir erreichen Rals Gedenken ohne große Schwierigkeiten, abgesehen von der Unannehmlichkeit des Schnees. Abends entzündete Dogan ein großes Feuer in der Feuerschale in Rals Gedenken. Anscheinend setzte dies einen alten Zauber frei, der irgendwie mit Dogans Blut und der Tatsache das er Vaddars Sohn ist zusammenhing. Anscheinend ein Gruß seines Vaters.

Es bildete sich ein Feuersalamander „Smolia“ in den Flammen und Dogan erkannte ihn als Vertrauten an und er Dogan. Soweit ich mich erinnere war in Cosmateks Erinnerung Vaddar wohl immer etwas seltsam was Elementare betraf. Offensichtlich hat er dies an seinen Sohn vererbt.
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Wir bleiben über Nacht in dem Schrein und überlegten was wir als nächstes tun. Wir entschieden uns Richtung Crystal Rocks zu Ziehen und nach Überlebenden zu suchen.

Wir zogen 2 Tage Richtung Crystal Rock fanden aber keine Überlebenden. Als wir ein Nachtlager aufschlugen, kamen plötzlich Untote heran, diese ähnelten Kadavermenschen aber sie waren gefroren. Die Hitze unseres Feuers zog sie wohl an. Wir kämpften verbissen und metzelten sie, aber es waren derer viele und sie brachtenDogan zu Fall.

Agnes beschwor einen Knochengeist und machte Abwehrkreise. Fling zog sich in die Lüfte zurück und lies Pfeile Regnen, Harvold spaltete Schädel, Gliedmaßen und Rückräder; er war in seinem Element. Auch ich tat mein Bestes um zermalmte einige Frostleichen.

Aber wir waren am Verlieren. Das plötzliche Auftauchen von Mmaw Alused und Campleton Rettete den Abend.

Tagebuch

  • Legendenpunkt Wert: 200 LP (eingelöst)
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Interlude drei

Winter is coming

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Es vergehen zwei Wochen des ständigen Lernens und Trainierens, während denen es beständig kälter wird. Und nach diesen zwei Wochen passiert etwas, das es in Barsaive seit Ende der Plage nicht gegeben hat: Es schneit bis in die tiefsten Täler des Schlangenflusses.

Der Tiroler schafft es gerade noch vor dem Schnee zur Stadt der Vors. Allerdings hat er neben dem Silber für das Adventurers Log der Adepten kaum Waren dabei. Sein Auftrag ist es, die Besitztümer der Overland Trading Cooperation von Vors nach Eidolon zu verlegen. Der überraschende Schneefall hindert Ihn aber an der Erfüllung seiner Aufgabe.

Ausserdem schaffen es einige Überlebende von Crystal Rocks nach Vors. Diese sind entsetzt, dass keiner vor Ihnen angekommen ist, da mindestens 4 weiter Gruppen vor Ihnen aufgebrochen sind.

Der Norden Barsaives ist im Umbruch begriffen und die Frage ist was Ihr als nächstes zu tun gedenkt? Das Kaer der Vors öffnen, den Blutwald besuchen, den Geburtsstein suchen, Crystal Rocks helfen, Iopos kontaktieren oder gar nach Iopos gehen und das Mondschwert bergen? Evtl. dem Tiroler helfen seine Aufgabe zu erfüllen?

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Familie Denairastas

Dies sind die Aufzeichnungen von Har’vold Steinherz, Sohn von Tarlon Eisengeier, vom Moot der Ironmonger:

Nachdem wir uns durch etwas Schlaf und die Künste von unserem geflügelten Heiler King Fling erholt hatten, erkundeten wir am Morgen die nähere Umgebung des Lagers unter dem Mutterbaum. Dabei entdeckten wir unter den dicken Wurzeln des Baumstumpfes zahlreiche Schriftzeichen, die laut Mmaw wohl windlingischen Ursprungs waren. Zusammen mit Fling begann er sie zu entschlüsseln.

Gegen Mittag sah Trombol, dass drei schwer gerüstete Menschen auf uns zukamen. Als sie etwas näher heran waren, konnten wir sie als eine Einheit der Silverscales aus Iopos identifizieren. Nachdem die Drei unser Lager erreicht hatten, stellten wir uns ihnen entgegen. Nach einem ersten kurzen Wortwechsel mussten wir dann jedoch erkennen, dass es sich eigentlich um 5 Personen handelte. So waren zum einen eine in seltsame Gewänder gehüllte Gestalt mit meinem riesigen Schwert und eine menschliche Frau, die wohl für ihresgleichen eine Schönheit darstellte, für uns unbemerkt mit an unser Lager herangetreten.

Die Frau stellte sich dann als Nicole Abysal Denairastas vor. Oder wurde Sie von Dogan und Agnes so begrüßt… ich vermag mich an diesen Punkt nicht mehr genau erinnern. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr überrascht, dass sich niemand meiner Freunde bedroht zu fühlen schien. Selbst in meinem Moot sind die Geschichten über die Grausamkeiten dieses Weibes bekannt. Aber es entwickelte sich eine intensive Konversation bei der insbesondere unsere beiden menschlichen Gefährten einen sehr freundlichen und vertrauten Ton inne hatten. Es schien also, als würde keine unmittelbare Gefahr drohen, daher kümmerte ich mich nicht weiter um unsere „Gäste“, sondern widmete mich lieber unserem auf dem Feuer brutzelnden Schlangenbraten.

Am Rande hörte ich nur, dass uns das Weibsstück mitteilte, dass sie uns diese Falle als Gefallen für ihren Verwandten, unserem alten bekannten Blutmagier, Martenon Denairastas gestellt hatte. Aber auch diese Erkenntnis führte nicht zu einem Abbruch des gemütlichen Gesprächs. Anscheinend war die Blutwald Gargyle, die wir in The Fallen besiegt hatten, dass Gesellenstück des Blutmagiers und nun sann er auf Rache für unsere Tat. Auch eröffnete sie uns, dass diese Blutmagier immer zu zweit seien: Ein Meister und ein Schüler. Über den Meister wisse sie aber nichts.

Ihr „Eingreifen“ in diese Geschichte war aber dem politischen Gefüge in Iopos geschuldet, denn angeblich strebte die Fraktion der Blutmagier, einer neuen aufstrebenden Disziplin in Barsaive, in Iopos nach der Macht oder zumindest nach dem Erbe des alten Gründers der Denairastas Dynastie. Dies galt es natürlich zu verhindern und zwar aus mehreren Gründen, wie sie uns freudig mitteilte. Zum einen sei eine neue Disziplin, insbesondere eine so beschmutzte, nicht zu dulden. Zum anderen seien die Blutmagier angeblich dabei den Blutwald in irgendeiner Form zu erobern oder zumindest die dortige Energie abzusaugen. Und zu guter Letzt waren die Blutmagier natürlich für den Blutregen verantwortlich. Das zweite große Zeichen nach dem Blutmond vor 40 Jahren und die Konsequenz, welche dieser Regen mit sich führte, wäre noch gar nicht abzuschätzen. Aber uns würden ja zumindest die verheerenden Folgen des Blutmondes bekannt sein.

Um dieses unbekannte, aber mit Sicherheit eintreffende, katastrophale Ereignis abzuwenden, wären zwei Dinge notwendig. Zum einen das Mondschwert, welches T´sraktung Jik´no Ke´vontra „gefunden“ hatte, und zum anderen einen Blutorb. Über Details ließ sich die Schlange aus Iopos nicht aus, aber wir wurden insoweit eingeweiht, dass sie Zugang zum Kaer der Vors benötigte, dem daher wahrscheinlichen Aufenthaltsort des Orbs. Des Weiteren erklärte sie uns beiläufig, dass sich das Mondschwert in Iopos befände, und es doch sicher eine Möglichkeit gäbe sich einig zu werden, da ja die Ziele, die Folgen des Blutregens abzuwenden, im Einklang stehen würden.

Die weiteren Details des Gespräches, wer welchen Schlüssel, für welches Verlies hatte. Und wer mit wem wann Kontakt aufnehmen würde, war für mich dann nun wirklich nicht mehr von Interesse. Zum einen war der köstlich duftende Schlangenbraten fertig und zum anderen würde ich niemals mit den Sklaventreibern aus Iopos einen Pakt eingehen.

Um so mehr war ich dann erstaunt, als sich die Gestalt mit dem übergroßen Schwert aus dem Gefolge der rothaarigen Schlange mit an unser Lager gesellte. Das Gespräch war wohl beendet worden und die Wachen und ihre Meisterin wieder von dannen gezogen, als sich Bachate „Sandtiger“ Arena vorstellte. Er war der Disziplin der Schwerttänzer angehörig und erzählte, dass er aus den Ödlanden gekommen war. Dort hatte er den stetigen Ascheregen, der das Land ausdorrte und die Bevölkerung an den Rand der Auslöschung brachte, untersucht. Er hing der Vermutung nach, dass dieser Ascheregen und der hiesige Blutregen in Verbindung standen. Und so, wie konnte es anders sein, war sein erster Anlaufpunkt natürlich das gastfreundliche und großherzige Iopos gewesen.

Da meine Kameraden anscheinend nichts gegen die Begleitung eines Lakaien der Sklaventreiber hatten, hielt ich meine Abneigung vorerst zurück. Aber ich würde stets ein wachsames Auge den Lakaien der Herrscher Iopos haben.

Die folgenden Tage und somit auch die Rückreise zu den Vors verlief zu Thystonius Verdruss ereignislos, aber die Aussicht auf ein frisches Bier lies auch meine Beine gegen Ende der Reise wieder schneller werden.

Bei unserer Ankunft bei den Vors mussten wir die traurige Nachricht vernehmen, dass König Neden verstorben war. Über den Hergang des Todes wurde uns nichts mitgeteilt, allerdings waren dies nun in der Tat traurige und dunkle Zeiten für Barsaive.

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Luna Plata

Dies sind die Aufzeichnungen von Har’vold Steinherz, Sohn von Tarlon Eisengeier, vom Moot der Ironmonger:

Nach einer erholsamen Nacht brachen wir mit dem ersten Tageslicht auf, doch anscheinend hatte sich in der Nacht irgendetwas verändert. Die anderen, bis auf den kleinen Orkbruder, hatten wohl den Drang verloren zum Altar zu gelangen, und mit dem Drang hatten sie auch das Wissen um den Weg zu diesem Ort verloren. Dass die Menschen nicht den Willen hatten, eine solche Queste zu erdulden, war nicht weiter verwunderlich, schließlich sind sie die wankelmütigsten unter den Rassen Barsaive‘s. Aber das mein Steinbruder auch den Drang verloren hatte, erschien mir nahezu unmöglich. Mein Verdacht war daher das Agnes irgendeinen ihrer unvorhersehbaren Zauber auf uns geworfen hatte und nur Mmaw und ich davon verschont geblieben waren. Bei Gelegenheit würde ich wohl doch in die saure Krumbeere beißen müssen und mich mit ihr über die Konsequenzen des heimlichen Wirkens von Magie auf die Gruppe zu unterhalten. Zumal ja allseits bekannt war, wie zuverlässig und ungefährlich Geistermagie sei…

Im Laufe des Vormittags schaffte es die unermüdliche Hummel ein weiteres Mal mein Katorr, das Kat’ral der Ironmonger und sogar das Katera zu verletzen, sodass ich die Kontrolle über mich verlor. Nicht das ich ihm ernsthaft schaden wollte, aber irgendwann ist auch die Geduld eines Trolles erschöpft! Daher verpasste ich ihm einen schwungvollen rechten Haken, der diesmal trotz seiner Gewandtheit traf. Doch irgendwie entging dem Luftikus und auch mir, dass sich während unserer „Diskussion“ einige Untote in Form der sogenannten Bloodless und einiger Cadavermen näherten. Erst der wütende Ruf Dogans brachte uns zur Besinnung. Mit Wut im Blut stürzten wir uns beflügelt durch das Jar’arak in den Kampf.

Natürlich konnten wir uns der abscheulichen Brut erlegen, allerdings war es bedingt durch die zu vorige Ablenkung meine Schuld, dass sowohl mein kleiner Orkbruder Mmaw als auch Dogan schwer verwundet aus dem Kampf gingen. Ich schwor mir selbst nach der Schlacht, nie wieder die Kontrolle derart wegen des Windwürmchens zu verlieren… zumindest nicht im Feld! Natürlich untersuchten wir die widerwärtigen Leichen der Kreaturen und konnten anhand der Kleidung feststellen, dass zumindest einer der Cadavermen aus Crystal Rocks zu kommen schien. Anschließend versorgten wir schnell unsere Wunden und zogen dann bis zur Mittagsstunde weiter.

An dieser Stelle sei mir eine kleine korrektur gestattet. Wir hatten die Untoten schon fast besiegt, als einer der bereits am Boden liegenden Kreaturen mein Bein zu fassen bekam und mich niederriss. Seine Klauen bohrten sich zwischen meine Rippen und seine Zähne zerfetzten meinen Hals… Ich wurde nicht nur schwer verwundet, diese Kreatur hat mich getötet! Während ich schon das Flattern eines Segels hörte und die Hitze der Death-See spürte, war es “King” Fling der mich mit seiner Medizien und Fachkenntniss ins Leben zurückholte. Er mag der kleinste dieser Adepten sein, aber zugleich ist er auch der größte unter Ihnen. Mein Dank ist Ihm für immer gewiss.
Mmaw Alused, Ork Troubadour aus Floranus Spurge

Am Horizont wurden die Scol Mountains langsam größer und so wanderten wir bis zum Abend weiter durch ein blutrotes Grasmeer. Zum Abend hin suchte uns Trombol wieder einen geschützten Flecken in dem wir die Nacht verbringen konnten. Dabei trafen wir zwei Obsidimen. Campleton kannten wir schon aus Crystal Rock. Begleitet wurde er von dem Bestienmeister Leroxx. Beide waren auf Patrouille, um die Gegend um den Lebenstein Agda, Crystal Rocks bis hin zu „The Fallen“ von den widerwärtigen Bloodless zu bereinigen. Sie verfolgten gerade eine sehr seltsame und auffällige Spur, die von „The Fallen“ genau in unsere Richtung führte. Dabei zogen wohl eine große Echse, eine Riesenschlange, ein Bär und ein seltsames weiteres Wesen, dass vielleicht ein Wolf hätte sein können, zusammen durch die Prärie. Wir luden die beiden Obsidimen ein das Nachtlager mit uns zu teilen, was diese erfreut annahmen. Dabei zeigte insbesondere Leroxx ein mir völlig unverständliches Interesse an dem kleinen Plagegeist und erzählte uns stolz, dass er die Windlinge studierte und sehr fasziniert von ihrer Art sei. Leider hatte er es bisher noch nicht geschafft sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und fragte mich daher, ob er Fling nicht von mir haben könnte. Während er also unseren Windling bemutterte und verwöhnte, kam in mir ein widernatürliches Gefühl auf, dass ich bisher in Zusammenhang mit Fling nicht kannte und auch nicht näher erkunden wollte oder beschreiben könnte.

Beim abendlichen Gespräch kam auch das Ziel unserer Reise auf und wir fragten Campleton, ob er den silbernen Wald kenne. Doch war es Leroxx, der uns erklärte, dass er eine Vermutung habe, um was es sich bei diesem Ort handeln könnte. In seinen Nachforschungen über die Windlinge in dieser Region stieß er immer auf den Ort namens „Luna Plata“. Doch hatte er bisher nichts über die genaue Lage dieses Ortes in Erfahrung bringen können. Dann überraschte uns Fling, als er etwas beschämt und einer sonst nicht seiner Art entsprechenden ruhigen Tonlage erzählte, dass er Luna Plata kenne. Zwar wusste auch er nicht die genaue Lage, aber er wurde als Baby von T´sraktung Jik´no Ke´vontra, Schwertmeister und Anführer der Sturmklingen, dort gefunden, bevor er bei Jahnee Firebalm landete. Er erinnerte sich natürlich nicht selbst an diesen Ort, aber ihm wurde erzählt, dass er dort geboren worden war und dass es sich um einen wunderschönen Ort in einem silbern leuchtenden Wald handelte. Dann kam wieder seine wahre Natur zum Vorschein, als er uns zu erzählen versuchte, dass er der Prinz von Luna Plata sei. Dazu packte er ein wirklich teures Diadem aus seinem kleinen Rucksack aus, setzte es sich auf und behauptete, dies sei die Krone des Königs von Luna Plata. Die Runde am Lagerfeuer verfiel in allgemeine Heiterkeit, was “King” Fling ausnahmsweise doch sehr zu ärgern schien. Nichtsdestotrotz brachte ihm dieser Abend den Beinamen „King“ Fling ein.

In der Nacht wurden Trombol und ich von Agnes beim üblichen Wachwechsel kurz aus dem Lager geführt und sie zeigte uns einen silbernen Schein am Horizont, der dem silbernen Leuchten aus der Vision entsprach. Anscheinend waren wir wirklich auf dem richtigen Weg. Als ich dies dachte, merkte ich, dass nun auch bei mir der innere Drang und das Wissen um den Weg verschwunden waren. Zudem sah mich Agnes ständig mit heimlichen Blicken von der Seite an. Man kann dieser Hexe einfach nicht vertrauen. Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, sodass sie nicht wissen konnte, ob ihre tückische Magie auch bei mir gewirkt hatte.

Am folgenden Morgen brachen wir wieder früh auf. Die beiden Obsidianer konnten uns leider nicht begleiten, da sie sich schon zu weit von ihrer eigentlichen Patrouillenroute entfernt hatten. Mmaw musste uns nun weitestgehend alleine führen, schließlich war er der letzte unserer Gruppe, der den Drang und damit die Kenntnis des Weges zu unserem Ziel spürte. Gegen Mittag erreichten wir dann einen verdorrten und toten Wald. Die Äste der Bäume waren kahl und ausgetrocknet. Jedoch zeigten sich an zahlreichen Stellen blutrote Dornen, die nur darauf warten zu schienen, dass wir unser Fleisch an ihnen aufrissen. Die Hummel nutze an dieser Stelle die seiner Rasse eigenen Fähigkeiten und kam dabei aus dem Staunen und auch Stottern nicht mehr heraus. Anscheinend unterschied sich der Wald im Astralraum deutlich von dem toten Stück Land, dass wir normalen Namensgeber ansehen mussten. Nach ein paar Minuten hatte sich “King” Fling soweit beruhigt, dass er das Gesehene besser beschreiben konnte. So waren die Bäume auch im Astralraum vorhanden, aber sie sahen wie lebende Bäume aus. Der ganze Wald schien im Astralraum zu leben, und er schimmerte silbern, was ihm eine unnatürliche Schönheit verlieh. Ich schaute Trombol an und er nickte mir zu, wir waren also wirklich im silbernen Wald angekommen.

Mmaw meinte, dass wir nun schon ganz nahe seien, allerdings marschierten wir noch weiter, bis es anfing dunkel zu werden. Es schien uns vernünftig lieber hier zu rasten, als später im Dunkeln in eine Falle zu laufen, schließlich war niemand so blauäugig zu erwarten, dass es keine Falle war. Wir fanden einen halbwegs geschützten Platz auf einer kleinen Lichtung. Trotz aller Aufmerksamkeit, die wir auch uns ziehen könnten, wurde ein Lagerfeuer entzündet. Plötzlich fing der kleine Windigheimer an völlig durchzudrehen. Er flog, wie von der Has’ti Karmusi gebissen (große haarige Spinne aus den Zwielicht Gebirgen, deren Gift das Hirn weich macht), im Lager umher mit wachsender Panik in den Augen. Er umkurvte mich einige Male mit der Geschwindigkeit eines hinabstoßenden Adlers. Dabei schrie er etwas von Geistern, die ihn fressen wollten. Mmaw und Trombol versuchten ihn zu erwischen, aber er war zu schnell für sie.

Erst Agnes konnte mit Hilfe ihrer gefährlichen, aber diesmal äußerst nützlichen Magie die Situation etwas aufklären. So waren wohl wirklich zwei Geisterwindlinge hinter ihm her. Allerdings gaben sie an, ihm nicht schaden zu wollen, sondern waren sehr um seine Sicherheit besorgt. Während der Unterhaltung erklärte uns Agnes, die die beiden Geisterwindlinge als einzige neben Fling sehen konnte, dass einer der Windlinge sich als Fling‘s Vater vorstellte. Er warnte uns vor den bösen Windlingen, die diesen Wald bei Dunkelheit heimsuchten. Er drängte uns regelrecht schnellst möglich diesen Ort zu verlassen.

Während der darauffolgenden Diskussion, ob wir nun unter dem Kommando von einer Dynastie von Windlingen, die sogar zum Großteilaus Geistern bestand, standen oder ob wir der Vernunft folgen und das Lager mit zusätzlichen Wachen etwas sichern sollten, ging der immer voller werdende Mond auf. Mit dem Mond sahen nun auch alle anderen den Wald, wie ihn Fling schon vor Stunden gesehen hatte. Dort wo das Mondlicht die toten Bäume berührte, vollzog sich ein Wandel und sie schienen wieder zu neuen Leben zu erwachen – nur war ihre Farbe jetzt leuchtend silbern.

Dann brach das Chaos in unserem Lager aus. Agnes schrie nun „Es ist zu spät. Sie haben uns gefunden!“. Ein jeder griff sich seine Waffe und wollte sich kampfbereit machen, als zwei seltsam verdreht und nicht lebendig wirkende Windlinge uns angriffen. Später erfuhren wir, dass es sich hierbei um Changelinge gehandelt hatte. Mit einiger Mühe konnten wir dank Fling’s Schusskünste einen der Changelinge vom Himmel holen. Auf dem Boden liegend wurde dieser von Cosmatek’s Purifier in den Händen Trombol‘s gereinigt und seinem Schöpfer zugeführt. Der andere Windling floh in den Wald zurück. Gerade als wir wieder am Lagerfeuer zusammenkommen und unser weiteres Vorgehen besprechen wollten, geschah alles sehr schnell und ist für mich bis zum heutigen Tag nicht wirklich erklärbar.

Die kleine Hummel hatte sich noch nicht hingesetzt, als seine kleinen Spitzohren etwas wahrzunehmen schienen. Bevor jemand von uns überhaupt reagieren konnte, flog er einige Schritte um das Feuer herum und spannte dabei seinen Bogen. Selbst ich konnte die Spannung, die Anstrengung, ja, sogar die Magie spüren, die er in diesen Schuss legte. Ich hatte Glück genau in die richtige Richtung zu blicken, denn so konnte ich am Rande meiner Sicht in den Baumwipfeln die Wärmesignatur eines dieser Changelinge sehen. Wahrscheinlich derjenige, der eben noch geflohen war.

Fling ließ die Sehne seines Bogens los und der Pfeil schnellte mit einer Spur aus Licht und Feuer auf den Changeling zu. Dann schlug er in das Wesen ein, durchbohrte es und die Kreatur explodierte förmlich in einem Regen aus schwarzem Blut. Im selben Moment in dem die Kreatur starb, wurden Fling‘s Augen größer und er brach tot auf der Stelle mit einem riesigen Loch in seiner Brust zusammen. Welch grausame Magie dies zu verrichten mag, kann und will ich immer noch nicht verstehen, aber keinen Augenblick nachdem Fling auf dem Boden lag, explodierte ein erst silbernes, dann in allen Farben leuchtendes Licht in seiner Brust. Die Wunde schloss sich und er fing wieder zu atmen an.

Später erfuhren wir, dass sich der andere Geisterwindling geopfert hatte, um Fling zu retten. Dass das Schicksal ein grausamer Weggefährte ist, brachte die Tatsache hervor, als wir erfuhren, dass es sich bei dem Windling um Fling’s Mutter gehandelt hatte, die nun endgültig zu ihrer Passion Garlen gegangen war. Wumindest hoffte ich dies.

Da sich keine weiteren Feinde zeigten, kehrten wir an das Lagerfeuer zurück und versorgten unsere Wunden. Wieder einmal hatte Dogan einiges abbekommen, aber zum Glück war es diesmal nichts zu ernstes. Mir allerdings waren aus meinem linken Unterarm zahlreiche stachelartige Knochen gewachsen. Ein äußerst schmerzhafter Prozess, wie ich dem interessierten Leser versichern kann. Natürlich versorgte Fling, wie auch schon zuvor geduldig unsere Wunden, obwohl er wohl, seiner eigenen Erfahrungen an diesem Tag geschuldet, sehr abwesend wirkte. Meine knöchernen Auswüchse konnte er in der Wildnis nicht behandeln, daher musste dieses Thema noch einige Zeit warten. Danach hatte Fling eine lange Unterhaltung mit seinem Vater. Dabei fungierte Agnes als eine Art Medium.

In wie weit sie wirklich nichts von diesem Gespräch mitbekam, wie sie Fling versicherte, kann natürlich niemand wirklich überprüfen. Aber in diesem Fall bin ich mir sicher, dass sie ihr Wort gehalten hat. Anschließend an das lange Gespräch, es war schon tief in der Nacht, legten wir uns zur Ruhe, um am folgenden Tag halbwegs ausgeruht unserem endgültigen Ziel entgegenzutreten.

Trotz Mmaw’s ständiger Beteuerungen, dass es wirklich nicht mehr weit sei, mussten wir noch einen ganzen Tag in ordentlichem Tempo marschieren, bis wir endlich gegen Abend die immer näherkommenden Scol Mountains erreichten. Es war weiterhin ein seltsames Gefühl, durch diesen riesigen toten Wald zu marschieren. Je näher wir allerdings unserem endgültigen Ziel zu kommen schienen, desto öfter konnten wir auch ein wenig Leben im Wald entdecken. Eine kleine grüne Pflanze hier, ein bisschen Moos dort und zu guter Letzt einige lebende Bäume. Als der Mond langsam aufzugehen begann, der die hier stehenden toten Bäume mit seinem weißen Licht wieder zum Leben zu erwecken schien, erreichten wir das Ziel unserer Reise.

Vor uns lag auf einer kleinen Lichtung, umgeben von einigen nun wieder lebendig wirkenden Bäumen, ein gigantischer Baumstumpf, welcher wohl vor ewigen Zeiten der Mutterbaum gewesen sein musste. Unter dem Baumstumpf, getragen von einigen riesigen Wurzeln, sahen wir den Altar. Ob sich jemand oder etwas auf selbigen befand, konnten wir von unserer Position nicht erkennen. Allerdings sahen wir eine Person vor dem Altar stehen. Sie hatte eine rote Kutte an und stand mit dem Rücken zu uns. Knapp 50 Schritt hinter dem Baumstumpf ragte eine Steilwand empor. Es gab also keinen Fluchtweg, der nicht an uns vorbeiführte. Da wir keine weiteren möglichen Gegner erkennen konnten, entschieden wir uns den vermeintlichen Blutmagier, den wir schon in The Fallen besiegt hatten, anzugreifen. Wohl wissend, dass wir genau die geplante Falle auslösen würden, schlichen sich Fling, Trombol und Agnes von der Seite her an, während Dogan, Mmaw und meine Wenigkeit sich frontal dem Blutmagier näherten.

Bevor Dogan und ich am Altar angekommen waren, sprang plötzlich mein Steinbruder von der Seite her mit einem gewaltigen Satz auf den Blutmagier zu und rief noch im Flug „Falle! Schlange!“. Schon landete er knapp neben dem Menschen. Im selben Moment schlug er mit Cosmatek’s Purifier zu, aber er wischte den Magier nicht richtig. Kurz darauf waren Dogan und ich zur Stelle und auch wir schlugen zu. Mit dem ersten Treffer verwandelte sich der Mensch in einem wiedernatürlichen Prozess in ein Blutelementar. Anscheinend war uns das magische Hexagramm um den Altar entfallen, welches wir in unseren Visionen gesehen hatten. Wie Agnes später erklärte, diente dieses Symbol sowohl zur Beschwörung, als auch zur Kontrolle des Blutelementars. Mmaw entschloss sich aus irgendeinem Grund auf den Altar zu springen und von dort das Elementar anzugreifen, aber sein Mut wurde belohnt und er konnte einige schwere Treffer setzen. So schnell der Kampf begonnen hatte, war er scheinbar auch wieder zu Ende. In einer gewaltigen Blutexplosion wurde das Elementar in seine Bestandteile aufgelöst. Dabei wurde Mmaw von dem Blut irgendwie gefangen, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte.

Ohne sichtbaren Gegner sahen wir uns etwas verwundert über die Einfachheit der Falle an. Dann wurde Trombol von einem riesigen grünen Etwas angegriffen. Alles ging so schnell, dass wir die Schlange erst mit einem zweiten Blick erkannten. Doch da war es für meinen Steinbruder schon zu spät, er lag schwer verletzt und bewusstlos auf dem Rücken, während die Schlange sich mit Dogan ihrem nächsten Opfer zuwandte. Im selben Moment hörten wir ängstliche Schreie von Fling, der auf der anderen Seite des Kampfplatzes von einem viergliedrigen Ding mit großem Maul und zwei Tentakeln festgehalten wurde. Sofort rannte Dogan dem gefangenen Freund zur Hilfe. Währenddessen kümmerte ich mich um die Schlange. Mit der Unterstützung von Agnes gelang es mir dann auch die Schlange in Bedrängnis zu bringen. Allerdings war Dogan nicht ganz so erfolgreich mit seiner versuchten Hummel-Rettungsaktion. Denn nun hing er gefangen vom zweiten Tentakel der Bestie in der Luft. Als die Schlange in den letzten Zügen ihrer verderbten Existenz lag, geschahen mehrere Dinge gleichzeitig.

Zuerst entstand an der Stelle an der Trombol lag ein Bloodspirit, der ihn seines restlichen Blutes berauben wollte. Den genauen Auslöser für die Entstehung des Bloodspirits konnten wir nicht herausfinden. Möglich wäre gewesen, dass die Neutralisierung des Hexagramms durch Agnes im Zusammenspiel mit der Zerstörung des Blutelementars und der Vermischung dessen Blutes mit dem Blut meines Steinbruders, diesen Bloodspirit angelockt hatte. Aber zurück zum Kampf!

Der Bloodspirit entstand in dem Moment als Dogan sich aus der Umklammerung der Bestie befreien konnte, die ihrerseits nun mit Fling und einem Tentakel weniger zu entkommen versuchte. Doch reaktionsschnell und natürlich auch mit etwas Glück konnte Dogan auch Fling befreien und die Bestie entschwand nun ohne Tentakel in Richtung Felswand. Gleichzeitig kam aus jener Richtung ein sehr, sehr großer Bär in Richtung des Altars gerannt. Dieser stürmte auf Mmaw zu, der sich nun endlich aus dem Blutgeflecht befreien konnte und mit angsterfüllten Augen in den Rachen des Blutbären starrte.

Mit vereinten Kräften gelang es uns dann den Bloodspirit so zu bedrängen, dass er von Trombol abließ. Während Mmaw mit einem von Agnes herbeigezauberten Untoten den Bären abwehrte. Mit Hilfe von Dogan konnten wir schließlich auch den Bloodspirit in seine ursprüngliche Ebene der Existenz zurückschicken, während Fling den Bären mit seinen Pfeilen traktierte. Schließlich wollte der Bär fliehen und mit einer Geschwindigkeit, die man einem so großen Tier nicht zutraute, setzte er sich über den Altar in die Richtung, aus der wir gekommen waren ab. Doch Blutkreisel, meine treue Axt, setzte auch ihm ein Ende… zumindest endete seine Flucht. Dass man schwer verwundete Tiere erst von ihrem Leiden erlösen darf, nachdem sie von einer Hexe untersucht wurden, und dann natürlich nur von Dogan getötet werden dürfen, damit er sie als Opfer für seinen seltsamen Feuergott entrichten kann, scheint wohl so eine mysteriöse Eigenart der Vors zu sein. Aber ich schweife schon wieder ab…

Bevor der Bär von mir gestoppt wurde, hatten sich Fling und Dogan schon wieder in Richtung der Steilwand abgesetzt. Dogan schien wild entschlossen der Bestie nachzusteigen. Während Fling mit den letzten Resten an Energie, die ihm zur Verfügung stand, Pfeile verschoss. Später erzählte man mir, dass die Beiden den Blutmagier auf einer Echse reitend ein gutes Stück oberhalb der Klippe entdeckt hatten. Leider war Dogan zu erschöpft die Klippe zu erklimmen und Fling schaffte es nicht mit seinen Schüssen den Magier aus dem Sattel der Echse zu holen, während diese die Flucht die Steilwand empor vollzog. Aber zumindest, so stellte er später zufrieden fest, konnte er dem Feigling ein paar ordentliche Treffer versetzten.

Da eine Verfolgung in unserem erschöpften und zum Teil auch schwer verletzten Zustand nicht in Frage kam, entschlossen wir uns notgedrungen beim Altar unser Lager zu errichten. Während wir am Lagerfeuer den Tag noch einmal besprachen, erklärte uns Agnes, dass jede der Bestien wohl ein ähnliches Symbol auf der Brust gehabt hatte, wie wir es bei den Monstern in The Fallen gesehen hatten. Der Blutmagier schien die Wesen wohl dadurch zu kontrollieren und hatte damit auch die Möglichkeit sich ihrer Lebenskraft zu bedienen. Eine magische Neutralisierung der Symbole könnte bei späteren Treffen vielleicht die Kontrolle des Magiers über das jeweilige Wesen zeitweise schwächen oder aufheben.

Einmal mehr hatten wir Glück und in der Nacht gab es keine Zwischenfälle oder weitere unangenehme Begegnungen mit Bewohnern dieses Waldes.

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Auf in die Falle

Dies sind die Aufzeichnungen von Har’vold Steinherz, Sohn von Tarlon Eisengeier, vom Moot der Ironmonger:

Es waren einige ruhige Wochen, die ich und meine neuen Gefährten bei den Vors verbringen konnten. Jeder ging seiner persönlichen Dinge nach und war unter anderem auch dabei seine Fähigkeiten zu verbessern. An einem Abend begleiteten wir alle, inklusive dem Troubadour Mmaw Alused, der wieder einmal im Lande war, Dogan bei seinem seltsamen Signalfeuer-Ritual.
Wenn ich mir schon die Nächte um die Ohren schlagen musste, dann würde ich sie lieber singend und trinkend verbringen, aber Dogan wollte immer Ruhe, was aber auch nie klappte, wenn der kleine Luftikus dabei war. Also beschränkte ich mich meistens auf das Trinken, was zwar ohne Gesang nur halb so viel Spaß machte, aber immerhin vertrieb es ein wenig die Langeweile, welche mich meistens überkam, und genoss das Dom‘an. Aber ich schweife ab…

Als wir dann des Nachts alle vor dem Feuer saßen und es wieder einmal nichts passierte – was genau passieren sollte, sagte uns Dogan auch nie, er sprach sowieso sehr wenig über die Bedeutung dieses Rituals -, überreichte Mmaw Dogan eine versiegelte Nachrichtenrolle. Dogan , der etwas überrascht schien, öffnete die Nachrichtenrolle. Doch wie das Gewicht wohl schon vermuten ließ, war keine Schriftrolle der Inhalt, sondern etwas Schwereres. Dass ein prächtig aussehender Kristall auf den Boden fiel, war dann doch ungewöhnlich.

Als Dogan den Kristall aufhob, explodierte meine Welt in einer Flut aus allen Farben, die ich jemals gesehen hatte, und Farben, die ich mir nicht einmal zuvor vorstellen konnte. Alles ging von dem Kristall aus und die Welt verschwamm vor meinen Augen. Ich fand mich in einem seltsamen silbernen Wald in Mondschein wieder, zwischen dessen dicken Stämmen ich einen großen Altarstein erkennen konnte, der in ein Hexagramm aus Blut eingefasst war. Vor dem Altar stand ein Mensch in dunkelroter Robe, der so schien es, zu dem Altarstein sprach: „Die Rache ist MEIN!“

Dann sah ich auf dem Altarstein einen verwundeten Skeorx, der mir bisher nur aus Legenden bekannt war, liegen. Mit einem unbestimmbaren Gefühl, dass ich diesen Ort zwar nicht kannte, aber jederzeit finden konnte, verblasste die Vision und ich fand mich etwas benommen vor dem Lagerfeuer sitzend wieder. War es wirklich möglich, dass ich eben meinen totgeglaubten Vater gesehen hatte?

Dann wurde ich durch das aufgeregte Geschnatter vomWinzling abgelenkt, der wie immer zu schnell und in scheinbar sinnlos aneinandergereihten Sätzen auf uns einredete. Allerdings hörte ich ihm und wenig später den anderen nur mit einem halben Ohr zu. Ich musste meinen Vater – denn ich war so sicher, wie ein Troll sich nur sicher sein kann, dass es mein Vater war – finden und ich kannte den Weg. Wie es schien hatten die Anderen, bis auf, wie kann es anders sein… dem Nervtöter, der wieder irgendwo anders gewesen war, ähnliche Visionen gehabt und drängten auch zu diesem seltsam bekannten und doch unbekannten fernen aber nicht zu entfernten Ort. Die Stimme der Vernunft, in diesem Fall Dogan, drängte uns dazu, aber zuerst bei den Vors vorzusprechen und unsere Abreise kund zu tun.

Während wir auf dem Rückweg waren, kamen wir trotz der Wahrheit der Vision drüber ein, dass es sich wohl um eine Falle, des uns aus „The Fallen“ bekannten Blutmagiers handeln musste. Aber ignorieren konnten wir die Vision nicht und zu dem war es beunruhigend zu wissen, dass dieses menschliche Monster noch immer unter den Lebenden wandelte.

Zu sagen unsere Abreise war überstürzt, kopflos und unvernünftig mag für den Leser dieser Worte zutreffen, aber dieses Gefühl… es war stark, ziehend und konnte nicht verneint werden. Also zogen wir los und folgten unserem Pfad in Richtung des Schlangenflusses. Da uns die Vors kein Boot zur Verfügung stellen wollten, da sie nicht genug Mumm in ihren kleinen zerbrechlichen Knochen hatten, um den Fluss des Nachts zu überqueren, mussten wir wieder zu Su‘shi-Scha ausweichen. Die alte T’skrang Frau lieh uns schon bei unserer ersten Reise ihr Boot.

Auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht, denn Agnes musste ihre Bitte nicht einmal beenden und schon überlies Su‘shi-Scha uns ihr Boot und wünschte uns viel Glück auf unserem neuen Abenteuer. Da wir aus unseren Erfahrungen gelernt hatten, wurde Agnes diesmal mit einem Seil am Boot festgebunden. Dass diese alte und so gebrechlich aussehende Menschenfrau überhaupt noch fähig war mit uns zu reisen, überraschte mich einmal mehr. Aber auch hier konnte ich mich auf die Weisheit meiner Mutter Rosa Steinknacker verlassen. „Urteile nicht nach Aussehen, sondern nach Taten!“, sagte sie mir immer, als ich noch kaum meine Axt halten konnte. Aus genau diesem Grund wurde es auch Zeit diesem kleinen, penetranten Flatterling einen ordentlichen Denkzettel zu verpassen, wenn er doch nur nicht so verdammt flink wäre. Nun gut, ich schweife schon wieder ab.

Wir erreichten die andere Flussseite ohne Probleme und fuhren dann noch etwas am Ufer des Lake Vors weiter. Als wir anlegten war es schon spät in der Nacht, aber wir wollten noch einige Meilen zurücklegen. Wir gingen in einer halbwegs geordneten Formation landeinwärts. Und es war wieder der kleine Flattermann, der aus der Reihe tanzte, sodass mein Katorr mir gebot ihm eine Lektion zu Erteilen. Doch wie schon zuvor erwähnt, ist dieser Kr’Otal (kleiner aufdringlicher Aasvogel in den Zwielicht-Gipfeln) sehr flink und es bedurfte einiger Anläufe, bis ich ihn endlich erwischte. Leider wurden wir getrennt, bevor ich ihm im Detail „zeigen“ konnte, was Trolle mit zu aufdringlichen Kr’Otals machen. Danach erdreistete sich Mmaw uns mit einer Geschichte über Ral Steinknacker belehren zu wollen. Er mochte zwar ein kleiner Bruder sein, aber diese Dreistigkeit würde er kein zweites Mal begehen.

Die Nacht verlief danach ereignislos und als die Sonne am Horizont langsam den neuen Tag begrüßte, erblickten wir eine weite prärieartige Landschaft mit den Scol Mountains am Horizont. Das Gras war in einem seltsamen rot gefärbt, wie wir es alle von den Erzählungen aus der Zeit des Blutmondes kannten.

Am späten Nachmittag waren wir alle soweit erschöpft, dass wir unser Lager aufschlagen mussten. Dazu suchten mein Steinbruder Trombol und der Flugzwerg nach einem geschützten und sicheren Platz, welcher auch schnell gefunden war. Erschöpft von dem langen Marsch nahmen wir nur ein kurzes Mahl zu uns und bis auf die eingeteilten Wachen, erholten wir uns in einem traumlosen Schlaf.

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Interlude zwei
Ein früher Herbst

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In den folgenden vier Wochen wurde es langsam kälter und die Blätter der Bäume verfärbten sich ungewöhnlich früh. Einige Vors sahen ein schlechtes Ohmen darin, das alle blätter eine blutrote und kein einziges eine braune oder gelbe Farbe annahmen.

Im Norden gibt es Gerüchte, dass der Blutwald sich ausbreitet, im westen kam es zu einem bewaffneten Konflikt zwischen dem Clan der Feuerhufe und den Truppen Iopos und von Osten kam eine Karawane der Overland Tradingcorporation unter Führung des Tirolers aus Throal mit Nahrungsmitteln und Kriegsgütern.


Dogan verlässt beinahe jeden Abend die Stadt der Vors um ein großes Feuer anzuzünden. Dabei entfernt er sich jede Nacht weiter, so dass schließlich und endlich immer zwei bis drei Personen Ihn begleiten, um für seine Sicherheit zu garanteiren. Manachmal ist es ein Vors, manchmal Agnes, Fling oder Trombol Golgol Ketamsoc.

Eines Nachts steht er plötzlich auf und verbeugt sich "Ich fühle mich sehr geehrt, dass du gekommen bist. Es ist lange her und ich hatte noch keine Gelegenheit meinen Dank zu zeigen. Erst seit unserem gemeinsamen Kampf bei “The Fallen” hat sich für mich so vieles erklärt, das mich mein Leben lang begleitete. Ich gehe davon aus, du hast schon viel länger mein Leben verfolgt und geleitet, als ich mir Deiner bewusst war."
Dann stockt er. Und ist danach sichtlich enttäuscht. Das hält Ihn aber nicht davon ab seine riskanten Abendausflüge fortzusetzen.


Har’vold Steinherz vom Moot der Ironmonger ist zur gleichen Zeit alleine unterwegs zu Rals Gedenken. Er bleibt einige Tage verschwunden und gerade als Ihr einen Suchtrupp aufstellen wollt, kommt er wohlbehalten zurück.

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Der Empfang bei Hi-Long
Speisen und Geschichten

Der Abend bei Shogun Hi-Long aus dem Hause Yil verläuft sehr entspannt, Mmaw Alused erzählt eine Geschichte der Vors, danach berichten Dogan und ich ausführlich von unseren Abenteuern. Als krönender Abschluss des Abend bekomme ich endlich mein wohlverdientes Geschenk. Ich möchte noch erwähnen, dass ich mit meinem Geschenk natürlich sehr zufrieden bin, allerdings hat Har’vold Steinherz vom Moot der Ironmonger das Original Abenteuertagebuch der Sturmklingen geschenkt bekommen. Ich muss ihn bei Gelegenheit mal fragen, ob ich das lesen darf.

Als ich dann Abends in meinem Bett im Waisenhaus liege denke ich mir:“Es ist verdammt aufregend einen Troll suchen zu gehen!”

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The Fallen
Blutmagier und Gargylen

Wir verfolgen das fliegende Wesen, welches sich letztlich als Blutwald Gargyle herausstellte weiter durch die Gegend. Starrimm gibt uns den Schlüssel der Vors als Gegenleistung für unsere Hilfe.
Wir nehmen die Spur am Kampfplatz mit dem Britan auf. Starrimm meint das Wese brauche Blut und wird wahrscheinlich die nächste Siedlung ansteuern. Aus diesem Grund bewegen wir uns Richtung der Berge, wo wir am ehesten eine Siedlung vermuten. Starrimm ist übrigens der Meinung, dass die (als Vors verkleideten) Diebe damit beschäftigt gewesen seien, die Spuren der Blutwald Gargyle magisch zu verwischen – warum können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen. Alles was wir wissen ist, dass die Diebe nach dem Kampfplatz mit dem Brithan ihre Richtung drastisch geändert haben, nahezu als ob das Wesen sie zum Beseitigen der Spuren veranlasst hätte.
Beim Nachtlager fällt mir auf, dass sich in der Dunkelheit etwas bewegt, ich weise Dogan darauf hin und er schlägt Alarm. Ich schaue mir den Astralraum an und erkenne, dass wir uns aus welchen Gründen auch immer tatsächlich IM Astralraum befinden und sich fliegende Kürbisse mit leuchtenden Augen auf uns zu bewegen. Golgol, der Blutelf und Libras sind verschwunden oder scheinbar nicht mit in den Astralraum gekommen. Die Kürbisse und Ranken sind Teil eines größeren Musters wie ich erkennen kann. Har’vold, unser Troll, zermanscht einen der Kürbisse und ich sehe wie an dieser Stelle das große Muster geschwächt wird. Ich schiesse einen Kürbis zu Boden und kann aus den Augenwinkeln ein kleines Wesen über das Schlachtfeld laufen sehen, ich glaube es lachte und schlug im Vorbeilaufen auf Har’vold ein. Für jeden vernichteten Kürbis kommen aber zwei neue. Ich erledige eines der kleinen Dinger als plötzlich der Ansturm nachlässt und sich die Kürbisköpfe im Spalier aufstellen und uns sozusagen in eine Richtung weisen. Wir folgen dem uns gewiesenen Weg.

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Unser Weg führt uns zu einem riesigen Kürbis, dem Der Kürbis König Wir unterhalten uns mit ihm, er scheint ein recht angenehmer Zeitgenosse zu sein, er verspricht uns Hilfe im Gegenzug für ein kleines Geschenk von mir. Außerdem gibt er uns noch den Hinweis, dass wir den Weg des Feuers wählen sollen wenn wir seinen kleinen Bruder aus dem Blutwald suchen gehen. Ich nehme stark an, dass er damit die Bestie aus dem Blutwald meint. “Sein kleiner Bruder” sei desweiteren nicht Herr seiner Sinne und wir sollen die Augen nach seinem Meister offen halten. Wenn wir ihm eine Wasserlilie aus Crystal Rocks bringen könnten, dann würde er uns noch mehr Hilfestellungen geben. Mit seinen letzten Worten “Nun lasst uns feiern!” finden wir uns auf einem Kürbisfeld nicht alzuweit von unserem Lager wieder.

Dogan und Starrimm unterhalten sich und Dogan erfährt, dass unsere magischen Ringe die Ringe Königin Dahlias sind und somit von einer Zeit vor dem Ritual der Dornen herstammen. Es wird gesagt, dass Dahlia eine extrem mächtige Zauberin gewesen sei und viele Disziplinen beherrschte, auch Diziplinen, die heute in Vergessenheit geraten sind.

Wir finden eine Siedlung am Berg, hier wird Fischfang betrieben und ein hoher Turm sticht hervor. Uns kommen drei Obsidianer entgegen und ich begrüße sie freundlich mit einem Lied und einem traditionellen Willkommenstanz. Mmaw der Ork Troubador und Campleton, ein schwer bewaffneter Obsidianer, führen uns in das Dorf. Wir befinden uns tatsächlich in Crystal Rocks und hier werden Kinder vermisst; die Obisidianer vermuten Molta hinter der Untat und sind hier um das Dorf zu beschützen. Im Gasthaus erzählt uns Mmaw Alused die Geschichte der Stormthorn, Starrimm korrigiert seine Erzählungen allerdings – die Stormthorn und Tarlon sei von “The Fallen” zurück gekehrt, allerdings ohne Besatzung. Wir vermuten, dass sich die Blutwald Gargyle in “The Fallen” aufhält, dorthin gibt es auch einen Weg entlang eines Lavasees – dies könnte eventuell der Weg des Feuers sein den Der Kürbis König uns empfohlen hat. Ich finde hier leider nur eine sehr angeschlagene Wasserlilie, nichtsdestotrotz bringe ich sie ins nächste Kürbisfeld, Der Kürbis König schuldet mir was!

Des Nachts stellen wir vergeblich eine Falle für die Blutwald Gargyle auf und entscheiden uns am nächsten morgen Richtung der nahegelegenen Zitadelle “The Fallen” aufzubrechen. Auf dem Weg zur Zitadelle schauen wir noch bei Tarlons Schrein vorbei und zollen unseren Respekt. Schließlich nähern wir uns der Zitadelle von hinten über einen Pfad entlang der Lava. Die Zitadelle erscheint wie eine große Ruinenlandschaft. Während des Aufstieges entlang des Feuers entdecke ich auf einem der Türme die hölzerene, über vier Meter große Blutgargyle. Leider scheinen meine Gefährten sehr laut geklettert zu sein, so dass das Biest uns gehört hat und in den Angriff übergeht. Der Kampf wird kompromisslos geführt, es teilt einige Wunden aus, teilweise sogar zwei Wunden mit einem Hieb! Har’vold Steinherz vom Moot der Ironmonger gelingt es mit der Kreatur einen Flügel zu stutzen, zum Glück hat er seine große Axt dabei, er verliert die öfter mal. gargoyle_wood.jpg

Ich denke schon der Kampf ist fast vorbei, da entdecke ich mit meinen scharfen Augen eine nahezu unsichtbare Gestalt. Es fühlt sich an, als ob diese Gestalt mich kontrollieren will, zum Glück kann ich recht dickköpfig sein. Ich schlage mal Alarm und mache auf dieses Ding aufmerksam und sende einen Pfeil in dessen Richtung. – vielleicht kontrolliert ja dieses Wesen die Blutwald Gargyle. Ich befinde mich etwas oberhalb der Gruppe und kann von unten nur Kampfgeräusche hören, wenige Runden später weiß ich aber, dass es sich um Blutgeister handelt und wir gleich gegen mehrere von denen kämpfen. Sie versuchen uns auszusaugen und sind auch irgendwie mit der Gargyle verbunden, zumindest kommt mir das so vor.
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Mir gelingt es die Blutwald Gargyle zu Boden zu schiessen und da fällt mir auf, dass ein Teil ihres Fells wegrasiert und die Haut an dieser Stelle mit irgendwelchen magischen Runen voll ist – bestimmt Blutmagie! Meine Pfeile haben teilweise ohne mein Zutun im Flug Feuer gefangen und mehr Schaden gemacht, scheinbar wachse ich mit meinen Aufgaben und meine Magie wird immer mächtiger! Der Kampf läuft immer besser für uns, das große Biest ist am Boden und wir bekommen auch die Blutgeister in den Griff. Ich fliege etwas höher um mir einen Überblick zu verschaffen, da kann ich am Rande der Ruinen eine Gestalt erkennen, ein Bloodmage – die Wurzel des Übels. Mit einem Ruf weise ich meine Kampfgefährten auf die Gefahr hin und schicke einen Pfeil in seine Richtung. Die Blutgeister haben zeitweise Dogan und Starrimm gefesselt und Libros wird komplett von ihnen ausgesaugt. Sekunden später greift uns der ausgesaugte Libros als Bloodless an, nun wissen wir auch wie diese entstehen. Trotz der überraschenden Umstände kämpfen wir alle Gegner nieder und widmen unsere Energie dem Bloodmage, dieser fügt sich plötzlich selbst eine Wunde zu und schafft es dadurch irgendwie die Blutwald Gargyle wieder fit zu machen. Nun geschehen viele Dinge sehr schnell. Zum einen besiegen wir erneut die Blutwald Gargyle und zum anderen zerplatzt der Bloodmage in einer Blutwolke und verschwindet, ich schaue im Astralraum hinterher, kann aber nicht mit Sicherheit sagen ob er gestorben oder durch eine Pforte im Astralraum entkommen ist. Als ich meinen Blick wieder nach unten richte, sehe ich wie die Blutwald Gargyle von einem Feuerelementar verbrannt wird, das Ding scheint aus Dogan “Eisenbieger” aus dem Hause Yil heraus gekommen zu sein, aber vielleicht habe ich mich da auch verguckt. Der Sieg ist unser, nun ist es Zeit zu feiern! Leider sehen wir zu dieser Zeit auch ein Luftschiff aus Iopos auf The Fallen zufliegen und da unser Auftrag Starrimm zu helfen nun erfüllt ist, entscheiden wir uns gegen eine Feier und für einen taktischen Rückzug.

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Wir lagern bei Tarlons Schrein und machen uns dann auf den Rückweg zum Lake Vors. Nach zwei Tagen verabschieden wir uns von Starrimm, sollten wir ihm zukünftig eine Nachricht zukommen lassen wollen, sollen wir diese bei Rals Gedenken hinterlassen.

Zurück bei den Vors treffe ich mich mit Jahnee um mich zurück zu melden, von meinem Ausflug will er aber erst hören nachdem ich ihm eine Flasche Wein geholt habe. Ich hole die anderen ein und wir begeben uns zum Shogun. Dieser sieht unsere heldenhafte Rettung des Schlüssels zum Kaer der Vors als Zeichen der Passionen und entscheidet Dogan “Eisenbieger” aus dem Hause Yil zum Wächter des Schlüssels zu ernennen. Außerdem werden wir für morgen Abend eingeladen, ich hole Jahnee seine Weinflasche und darf endlich meine Geschichte erzählen.

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Der Kaerschlüssel der Vors
Von Vors und Blutelfen

Nach meinem verstörenden Gespräch mit Talin aus dem Hause Augar, in dem er mir vom kommenden Untergang der Vors erzählt hatte, versuchte ich meinen Verstand zu beruhigen und weiterhin meinen alltäglichen Beschäftigungen nachzugehen. Ich verbesserte meine Talente und Fähigkeiten und verbrachte viel Zeit am Feuer der Schmiede, um die Waffenkammer der Stadtwache in exzellentem Zustand zu halten. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf und riss mich einfach mit!

Kurz vor Mitternacht dröhnten plötzlich die Alarmglocken der Stadt auf, durch jahrelanges militärisches Training zog ich meine Rüstung an, griff nach meinem Dreschflegel, meinem Schild und machte mich sofort auf den Weg meine angestammte Position auf der Wehrmauer einzunehmen. Es geschah im letzten schmalen Durchgang, der zu meinem Mauerabschnitt führte, dass mich eine ganze Kolonne von gerüsteten Wachen einfach mit sich riss. Keine Möglichkeit für mich, ohne einen Sturz aus dem Verbund auszutreten, also passte ich mein Tempo an und folgte aufmerksam dem Trupp. Nicht lange, bis ich feststellte, dass es sich bei den Soldaten um die Leibwache des Shoguns handelte. Wir betraten im Laufschritt einen der unterirdischen Gänge der Stadt, an einer mir unbekannten Tür blieben wir stehen und betraten dann den Raum. Ich hielt mich im hinteren Teil des Raumes und verschaffte mir einen Überblick, bemüht niemand an seiner eigentlichen Aufgabe zu hindern. Der Raum war etwa fünfzehn auf fünfzehn Schritt groß und wohnlich eingerichtet, abgesehen von der massiven Tür, die gleichzeitig der einzige Zugang zur Räumlichkeit war. In der Mitte des Raumes lag ein toter Samurai in voller Rüstung, es handelte sich um Kolsam aus dem Hause Susan. Nach meinem Wissen war dieser jedoch schon vor Jahren auf eine andere Mission in Richtung Throal aufgebrochen und nie zurückgekehrt. Doch erst als Hi-Long, umgeben von seiner Leibwache, eine geheime Nische in der Wand öffnete und die Worte sagte: Er ist weg! Traf es mich wie ein Schlag. Dies hier war kein Wohnraum, es war eine Art Bunker, um einen der wichtigsten Gegenstände zu bewachen, den die Vors besitzen. Den Schlüssel zu ihrem Kaer! Der Shogun orderte sofort die Sicherung des Kaers an, unter keinen Umständen dürften die Tore geöffnet werden. schluessel2.jpg
Dann traf sein Blick auf mich und Überraschung spiegelte sich auf seiner Miene wieder. Nach einer kurzen Erklärung wie ich in den Raum gelangt war, besprach sich Shogun Hi-Long aus dem Hause Yil mit seiner rechten Hand, Bacard aus dem Hause Susan. Nachdem Bacard beschloss, dass ich entbehrlich sei und niemand anderes zur Verfügung stünde, bekam ich meinen Auftrag von Hi-Long. Alleine das Vertrauen meines Ziehvaters in mich und der schiere Wille, das selbstgefällige Grinsen Bacards nie wieder sehen zu müssen, gab mir mehr Ansporn als nötig um meine Aufgabe mit der absoluter Ernsthaftigkeit anzugehen! Suche dir einen Spurenleser, einen Vors als Unterstützung, verfolge die Spuren und hole den Schlüssel zurück, was auch immer der Preis dafür sein mag.

Mein erster Weg führte zurück zur Schmiede, dort traf ich auf Libros, ein gut ausgebildeter Soldat aus meinem Haus. Nachdem klar gestellt war, dass der Befehl von Shogun Hi-Long aus dem Hause Yil persönlich kam, stellte er keine Fragen mehr und schnappte sich seine Ausrüstung. Danach ging es weiter ins Gasthaus, dort traf ich die wichtigste Person bei der ganzen Unternehmung, Trombol Golgol Ketamsoc, der Obsidianer Kundschafter den ich während meines Abenteuers am Blutsee kennengelernt hatte. Nach rascher Verhandlung über die Entlohnung des Auftrags, begaben wir uns zurück in den Raum, in dem der Schlüssel aufbewahrt wurde. Trombol fand die Spuren der Diebe und schätze ihren Vorsprung auf mehrere Stunden, wir nahmen die Verfolgung auf, hinaus aus der Stadt, nach Norden in Richtung Schlangenfluss.

Plötzlich waren zwei Stimmen zu hören, eine tiefe grollende Stimme und eine mir nur zu gut bekannte, helle und meist überaus schnell sprechende Stimme. Fling, der Windling Schütze aus dem Waisenhaus, war damit beschäftigt einen Wortschwall auf einen riesigen Troll loszulassen, dieser war etwas überrumpelt und wusste nicht wie er auf den kleinen Namensgeber reagieren sollte. Nicht gewillt mich mit der Situation aufzuhalten und den Dieben mehr Vorsprung zu verschaffen, wollte ich schon weitergehen, als Trombol feststellte, dass unsere Täter wohl ebenfalls den Troll ausgeraubt hatten und dann weiter Richtung Fluss gezogen sind. Trombol konnte hier die Spuren von drei humanoiden Namensgebern entdecken. Der Trollriese stellte sich vor als Har’vold Steinherz vom Moot der Ironmonger, Sohn von Tarlon Eisengeier, dem legendären Luftpiraten der Sturmklingen.
Für weitere Nettigkeiten blieb keine Zeit, wir setzten unseren Weg Richtung Fluss fort und fanden die Boote der Vors zerstört. In einem Gedankenblitz erinnerte ich mich daran, dass Su´sih-Scha ein Boot besitzt, ihr Haus lag knapp 15 Minuten flussabwärts. Wir machten uns sofort auf den Weg und wurden bereits erwartet. Agnes wartete mit auslaufbereitem Boot auf uns, nur die Passionen wissen warum sie wusste, dass wir auftauchen würden. Während des Übersetzens im Boot über den Schlangenfluss, dass Har’vold herausragend in die Hand nahm, erzählte uns Agnes davon, dass vor ein paar Tagen Abgesandte des Hauses Deneirastas bei den Vors waren um für den Einlass in ihr Kaer zu verhandeln. Trotz überaus großzügiger Angebote, lehnte der Shogun ab. Erzürnt und beleidigt durch das Ausschlagen ihres Angebotes, hinterließen die Abgesandten von Iopos eine Spur von Verwüstung und heraufbeschworenen Toten auf ihrem Weg in ihre verdorbene Heimat.

Zusammen folgten wir den Spuren der Diebe weiter Richtung Norden, doch Trombol machte uns klar, dass ihr Vorsprung weiter wuchs. Da wir das voraussichtliche Ziel der Diebe nun kannten, beschlossen wir den Tag über mit vollem Tempo zu reisen und erst abends wieder nach Spuren Ausschau zu halten. Fling diente als fliegende Vorhut und warnte uns vor kommenden Gefahren. So anstrengend wie sein andauerndes Gerede manchmal sein kann, so nützlich erweist er sich oft genug, wenn man mit ihm reist. So erkannte er frühzeitig eine Schar von Blutraben, die uns angriff. Zwar war das Abwehren die Tiere kein echtes Problem, jedoch war es doch äußerst untypisch, soweit entfernt vom Rande des Blutwaldes, auf dessen Bewohner zu treffen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Blood-raven.jpgEs war wieder Fling, der ein gruseligen Schauplatz am Waldrand fand, den wir anderen übersehen hätten. Ein im Radius zehn Schritt großer Kreis, besprenkelt vom Blut eines toten Britan, der zerfleischt in der Mitte des Szenarios lag. Dies sah nicht aus, als wäre der Britan von einem oder mehreren Namensgebern getötet worden und ich ging im Kopf sofort alles durch, was ich über Dämonen und deren Konstrukte wusste. Nichts wollte jedoch passen, es blieb ein Rätsel, wie der Britan auf so unehrenhafte Art und Weise zu Tode gekommen war. Trombol Golgol Ketamsoc suchte und fand vor Ort frische Spuren der Diebe in Richtung Nordosten, direkt auf den Blutwald zu. Ohne zu zögern nahmen wir die Verfolgung auf und kamen nach etwas über einer Stunde an ein dichtes Wäldchen in das die Spuren hineinführten. Ungesehen schlichen Fling und Trombol durch das Dickicht und entdeckten fünf gerüstete Blutelfen, die in dem Wäldchen Wache hielten. Während Trombol und Fling im Verborgenen blieben, liefen Har‘vold, Agnes, Libros und ich offen auf die Kreuzung zu, mit dem festen Vorsatz die Situation friedlich zu lösen. Es dauerte nur einige Sekunden und alles änderte sich, als eine Wurfaxt knapp an Har’volds Kopf vorbei flog und die Blutelfen angriffen. An ihrem linken Arm trugen sie alle einen metallenen Armschutz, der vom Handschuh bis hinauf an die Schulter reichte und von ihnen als Schild eingesetzt wurde. Es war ein harter und blutiger Kampf, aber igendetwas sagte mir, dass die Elfen eigentlich nicht unsere Feinde waren. Dann geschah das Unfassbare, Har’vold Steinherz vom Moot der Ironmonger war kurz vor dem Ende seiner Kräfte, nachdem er sich zwei Gegnern gegenüber gesehen hatte und diese mit seinen Dolchen verletzte. Plötzlich schoß aus der Luft ein blutroter mit Dornen durchtriebener Falke auf ihn hinab und landete auf seiner Schulter. Eine der im Kampf erlittenen Wunden Har’volds verschwand und Kraft kehrte zurück in seine Gesichtszüge. Verwundert von diesem Schauspiel, gab der Kommandant der Elfen den sofortigen Befehl zum Rückzug und die zwei noch stehenden Blutelfen verschwanden mit graziösen Sprüngen in den Bäumen. Ich kümmerte mich um den einzigen Überlebenden der Blutelfen und lehnte ihn gefesselt gegen einen Baum, er würde vor dem nächsten Tag nicht mehr aufwachen. Beim Untersuchen der Lichtung fanden wir drei menschliche Leichen in Rüstungen der Vors. Es waren keine Vors, erklärte aber das direkte Angreifen der Blutelfen, als sie uns gesehen haben. Ich zog den Toten die Rüstungen aus, da sie dieser nicht würdig waren und schnitt ihre Köpfe ab um sie später Bacard zu überreichen, vielleicht kannte er einen oder mehrere von ihnen. Ansonsten konnten wir keine weiteren Gegenstände bei ihnen finden. Der Schlüssel musste sich demnach im Besitz der Elfen befinden.
Kurze Zeit später, wir hatten gerade unsere Wunden verbunden, trat eine einzelne Gestalt auf unser Lager zu, der Anführer des Blutelfen Trupps.
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Ich garantierte ihm Waffenruhe und er betrat das Lager, sein Name war Starrimm, Blutritter vom Orden der Eisengeier. Ein Orden, der einst von Tarlon Eisengeier selbst gegründet wurde, Har’volds leiblichem Vater.

Wir stellten unsere Gemeinschaft vor uns setzten Starrimm über unseren Auftrag ins Bild, sowie darüber, dass die drei Diebe keine Angehörigen der Vors waren. Nach einem kurzen Blick auf ihre nackten und enthaupteten Körper glaubte er uns. Starrimm fragte warum der Falke aufgetaucht ist und uns zur Hilfe kam, als er erfuhr, dass Har’vold der Sohn Tarlons ist, schien das für ihn einiges zu erklären. Er hegte keinen Groll gegen uns, auch nicht wegen seiner toten Kameraden. Starrimm hatte den Falken seit langer Zeit nicht mehr gesehen und erzählte uns die Geschichte des Skeorx und dem Blutfalken. Er berichtete auch über seinen Orden und dessen Aufgabe, die Grenzen des Blutwaldes zu schützen. Im Gegensatz zu den bekannteren Wächtern des Waldes, die dafür Sorge tragen, dass niemand den Wald unerlaubt betritt, ist der Orden der Eisengeier dafür zuständig, nichts aus dem Blutwald entkommen zu lassen. Doch genau dies war geschehen, ein Wesen aus dem Blutwald hat die Grenzen des Waldes überschritten und war entkommen. Die drei Menschen hatten aus uns unerklärlichen Gründen geholfen die Spuren des Wesens zu verwischen und waren dabei von den Blutelfen aufgespürt worden. Im Gegensatz zu den Menschen ist die Kreatur jedoch entkommen und Starrimms Orden ist dazu verpflichtet, sie zu töten oder sie in den Blutwald zurück zu bringen. So entstand ein Handel, der uns alle vor große Aufgaben stellen sollte. Starrimm versprach uns den Schlüssel für das Kaer, als Gegenleistung dafür, sollten wir ihm helfen die Kreatur zur Strecke zu bringen. Ich bot ihm an den Handel mit einem Blutschwur zu besiegeln, doch als er meine Bereitschaft sah, den Schwur zu leisten, war sein Vertrauen zu unserem Wort ausreichend gestärkt. Er überreichte mir direkt den Schlüssel. Nun konnten wir uns auch einen Reim auf das blutige Szenario mit dem zerfetzten Britan machen, dem wir vor einigen Stunden begegnet waren. Starrimm meinte es handelt sich um eine geflügelte Kreatur und mit Hilfe dieser Information gelang es Trombol an den richtigen Stellen, nach den richtigen Spuren zu suchen. Die Jagd begann…

Von Dogan Eisenbieger aus dem Hause Yil, Sohn von Vaddar „Einauge“

Tagebuch

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Interlude
Eine ruhige Zeit der Besinnung

Drei Wochen lang passiert nicht viel.

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